Monheim: Das kurze Gebühren-Glück

Müll: Während der Rechtsstreit der Awista gegen die Stadt immer noch nicht entschieden ist, wird bereits immer klarer: Die Gebühren werden ziemlich sicher wieder steigen. Der Grund sind fallende Preise für Altpapier.

Monheim. Das juristische Gerangel zwischen der Düsseldorfer Awista (sie hat Einspruch eingelegt gegen den Wechsel bei der Müllentsorgung zur Euskirchener Sita) und der Stadt ist zwar immer noch nicht entschieden. Aber dafür ist etwas anderes bereits ziemlich klar: Die Müllgebühren werden im nächsten Jahr wieder steigen.

Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Preise für Altpapier im freien Fall sind. Noch im Sommer sah das ganz anders aus. Doch genau in dieser Jahreszeit wurden die Angebote für die Müllabfuhr kalkuliert. Das beschert derzeit der Familie Mustermann mit der 80-Liter-Restmülltonne bei 90Euro sieben Euro weniger Kosten im Jahr als noch 2008. Doch 2010 wird sich das wohl ändern. Die genaue Höhe ist allerdings noch unklar.

In Sachen Rechtsstreit hat es inzwischen eine Anhörung bei der Vergabekammer der Bezirksregierung Düsseldorf gegeben. Die Awista, daran beteiligt ist neben den Stadtwerken Düsseldorf zu 49Prozent Remondis (früher Rethmann), sieht sich bei der Vergabe der Müllentsorgung für die nächsten vier Jahre benachteiligt.

Sollte sie Recht bekommen, müsste alles neu ausgeschrieben werden. Derweil können die Bürger sich darauf einstellen, dass der Müllkalender ab April wieder nur für drei Monate gilt. Er wird dann als Faltblatt verteilt.

Der Grund dafür ist schlicht und einfach die Tatsache, dass die Zeit knapp wird. Denn wegen der Klage der Awista kann bis zur Entscheidung durch die Bezirksregierung immer nur ein dreimonatiger Zwischenauftrag von der Stadt vergeben werden. Und für das zweite Quartal muss schon bald wieder eine Auschreibung her.

Egal, wie letztlich der Spruch der Vergabekammer in Düsseldorf sein wird: Was die Tonnen für Restmüll, Papier und Bio angeht, ändert sich erst einmal gar nichts. Die sind nämlich von der Stadt gekauft worden. Das ist laut Rathaus günstiger als Miete. Und es hat den positiven Effekt, dass nicht beim Wechsel des Entsorgers die Behälter ausgetauscht werden müssen. Bei den Gelben Tonnen hatte das bekanntlich nicht überall funktioniert.

Aufmerksam beobachten wird den Rechtsstreit mit Sicherheit so mancher bei den städtischen Betrieben und in der Politik. Denn die Idee einer Müllentsorgung durch Mitarbeiter der Kommune selbst, Langenfeld zum Beispiel hat eine eigene Abfuhr, ist noch nicht zu den Akten gelegt.

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