Monheim: Das Bangen um die Tonnage

Monheim: Das Bangen um die Tonnage

Für Geschäftsführer Detlef Hövermann ist die umstrittene IMR-Ansiedlung eine gute Sache. Das Unternehmen würde auch die Wende der Schienen-Defizite einleiten.

Monheim. "Jeder hat das Recht, Bedenken gegen eine Firmenansiedlung vorzubringen." Das sagt Detlef Hövermann. Er ist Geschäftsführer der Bahnen der Stadt Monheim (BSM).

Und wenn er von Firmenansiedlung spricht, dann meint er ganz konkret den Metall-Recycler IMR. Bekanntlich laufen gegen das Unternehmen der Bürgerverein Monheim und einige benachbarte Firmen im Rheinpark Sturm. Sie befürchten Staub- und Lärmbelastungen.

"Wir stehen voll hinter der Ansiedlung." Auch das sagt Detlef Hövermann. Und er hat gewichtige Gründe: IMR garantiert fast 100.000 Tonnen pro Jahr per Güterverkehr über die Schiene. Und das Geschäft machen Monheims Bahnen.

Jahr für Jahr fährt die Stadttochter BSM in dem Bereich rund 300.000 Euro an Verlusten ein. Mit der Schließung der Shell-Raffinerie Ende 1987 brach die Tonnage ein. Mit IMR würde in doppelter Hinsicht ein Hoffnungsträger kommen.

Denn neben dem Transportauftrag ist da auch noch die notwendige Investition für den Schienenanschluss samt Gleisen. Die Investition von rund 500.000 Euro wird zu 50 Prozent gefördert, wenn es ein Unternehmen beantragt. Stadttöchter bekommen keinen Zuschuss.

"Es gibt einige Unternehmen im Rheinpark, die nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz behandelt werden. IMR ist da kein Einzelfall", betont Hövermann. Und die Auflagen seien streng. "Man sollte das jetzt erst einmal der zuständigen Bezirksregierung überlassen. Dort kann ja auch jeder seine Bedenken vortragen", so der BSM-Chef.

IMR allein bringt die Bahnen nicht in die schwarzen Zahlen. Das gelingt nur, wenn mit der Spedition Hammesfahr ein weiterer großer Kunde im Rheinpark gewonnen wird. Die Verhandlungen laufen. Weitere 100.000 Tonnen pro Jahr sind greifbar nah.

Trotzdem hat für Hövermann die Firma IMR die zentrale Bedeutung: "Der Vertrag steht. Und er läuft über zwölf Jahre. Das ist die Basis. Eine so lange Laufzeit ist völlig ungewöhnlich in der Branche und ein echter Erfolg", erläutert BSM-Betriebsleiter Stefan Kunig.

Nun heißt es für alle Seiten allerdings erst einmal: abwarten. IMR-Geschäftsführer Steffen Adam will in diesen Tagen bei der Bezirksregierung in Düsseldorf die Anträge einreichen. Die Bearbeitung wird dann etwa sieben Monate dauern.

Allerdings wird es am kommenden Dienstag mit Sicherheit zu der Thematik noch einmal hitzig werden in einer Sonersitzung des Rates, die um 18.30Uhr beginnt. Dann soll nämlich wieder über IMR diskutiert werden. Und nicht nur Politiker haben Rederecht, sondern alle Bürger.

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