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Monheim Citymanagerin: Einkaufen muss ein Erlebnis sein

Monheim : Carolin Wulke ist die neue Citymanagerin

Die 48-jährige Teamleiterin möchte das Einkaufserlebnis in Monheim verbessern.

Soll Monheim sich eher dörflich-idyllisch oder urban-fortschrittlich ausrichten? Wie viel Einzelhandelsfläche kann die Kaufkraft der hier lebenden Menschen abdecken? Soll der Handel nur Güter des täglichen (Nahrungs- und Genussmittel, Putzmittel), und mittelfristigen Bedarfes (Kleidung, Schuhe) bieten oder auch Dinge, die man nur selten anschafft oder eine größere Investition bedeuten? Welche Ziele also soll das Citymanagement verfolgen? Eine strategische Konzeption soll die neue Teamleiterin des Citymanagements, Carolin Wulke, auf den Weg bringen. „Dabei sollen die örtlichen Händler natürlich mit einbezogen werden“, sagt sie. Neue Erkenntnisse in Hinblick auf Einkaufszufriedenheit und ungestillte Konsum-Bedürfnisse erhofft sie sich von der Händler- und Passanten-Befragung, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) am 1. April in Monheim vornimmt.

„Die Punschpunkte-Aktion im Advent hat auf jeden Fall gezeigt, dass die Monheimer sich stark mit ihrer Stadt identifizieren“, sagt die aus dem Ruhrgebiet stammende Geographin. Diese Treue sei unentbehrlich, wenn man die örtliche Kaufkraft binden wolle. Hierzu habe auch die Plattform „Monheimer Lokalhelden“ beigetragen, mit der sich der Monheimer Konsument einen Überblick über das örtliche Angebot verschaffen könne. „Zwar bieten die Händler inzwischen auch einen Online-Verkauf an, unser Ziel ist jedoch, die Monheimer an die Innenstadt zu locken,“ sagt Wulke. Das funktioniere vor allem dann, wenn der Besuch auch ein besonderes Einkaufserlebnis verspreche.

Das Citymanagement organisiert Feste, um die Stadt zu beleben

Diesem Ziel abträglich ist natürlich, dass das Rathauscenter derzeit großflächig entmietet wird, um es ab Ende 2020 umzubauen zu können. Nur die Ankermieter Aldi und Rossmann bleiben während der zweijährigen Umbauphase vor Ort. Unterdessen helfen aber die vom Citymanagement mit organisierten Feste, die Innenstadt zu beleben. Das Frühlingsfest am 26. April wird unter dem Ländermotto Spanien stehen – also Musik und Küche mit mediterranem Lebensgefühl durchdringen. Als durchgängige Themen blieben dem Fest Mode, Sport und Mobilität erhalten. „Wir beziehen auch hier Vereine und Gruppen mit ein, um die Identifikation zu stärken. Anderswo wird die Organisation komplett an externe Dienstleister vergeben“, so Wulke, die zuletzt Tourismusmarkting für die niedersächsische Nordsee verantwortet hat. Insgesamt blickt sie auf 22 Jahre Destinationsentwicklung zurück. Künftig soll auch die Tourismusförderung in Monheim stärker mit dem Citymanagement verknüpft werden. „Das Marketing soll stärker das Gesamtbild bewerben, weil beide gleichermaßen zum Image der Stadt beitragen“, erklärt Wirtschaftsförderer Thomas Zitzmann.

Wulke, die im Sommer von der Waterkant in ihre Wahlheimat Köln zurückziehen wird, freut die Experimentier- und Risikofreudigkeit der Verwaltungsspitze: „Projekte, wie der autonome Bus oder der Gratis-ÖPNV, erregen viel Aufmerksamkeit.“ Davon könne auch der örtliche Einzelhandel profitieren, der sich gegen die Konkurrenz in umliegenden Städten behaupten muss. „Das kann man akzeptieren oder mit einem eigenen attraktiven Angebot versuchen, mitzuhalten“, sagt die 48-Jährige. Wo die Monheimer kaufen, soll auch Bestandteil der Befragung sein.