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Monheim Bürgermeister und Peto-Kandidat Zimmermann im Porträt

Monheim : Mehr Mut zur Veränderung

Daniel Zimmermann (38) will zum dritten Mal Bürgermeister werden. Er setzt auf Weiterentwicklung von Bestehendem, damit es Bestand hat.

Wo sich früher die klassischen Volksparteien SPD und CDU gegenüberstanden und um die Mehrheit gekämpft haben, hat sich eine „Junge Alternative“ ihren Platz erobert und so die Parteienlandschaft in Monheim verändert. Die Peto. 1998 hat sich die Vereinigung als Schülerpartei gegründet – mit Daniel Zimmermann. 2004 ist sie erstmals im Rat vertreten. Eigentlich wollte Zimmermann gern schon 1999 in den Rat. „Aber ich durfte nicht. Ich war noch keine 18“, erzählt er. Das habe ihn sehr geärgert. 2004 zieht er jedoch mit der jungen Partei in den Rat ein. „Wir haben dem damaligen Bürgermeister Thomas Dünchheim oft zu Mehrheiten verholfen“, berichtet er auf dem Weg durch die Rathauscenter. 2009 wird Zimmermann – da ist er 27 – Bürgermeister, nicht zuletzt, weil die CDU sich auf keinen Kandidaten verständigen konnte. Seither sei das Verhältnis zur CDU schwierig. „Es gab anfangs ganz heftige Attacken“, berichtet Zimmermann.

Bis 2014 muss der Bürgermeister sich für seine Projekte Mehrheiten suchen. „Wir haben viel mit der SPD zusammen gemacht“, sagt er. 2014 wird er mit überwältigenden 94,6 Prozent zum Bürgermeister gewählt. Die ­Peto hat die Mehrheit im Rat. „Wir wollen das, was wir haben, zeitgemäß weiterentwickeln, damit es Bestand hat“, sagt Zimmermann mit Blick auf den politisch umstrittenen Umbau der Rathauscenter und verweist auf die Altstadt, wo sich in den vergangenen Jahren viel getan hat. Inzwischen ist wieder Leben in der Altstadt.

Auch die Rathauscenter sollen wieder mehr Menschen locken. „90 Prozent der Kaufkraft bleiben inzwischen in der Stadt“, sagt Zimmermann. Künftig sollen es 100 Prozent werden. Dafür müssen die Einkaufsgalerien in Monheim umgebaut und modernisiert werden. Plätze zum Verweilen, Gastronomie, eine ansprechende Optik sollen die Center attraktiv machen. „Man kann nicht das, was vorhanden ist, einfach so belassen, wie es ist“, sagt Zimmermann. Er weiß, dass Veränderungen schwer zu vermitteln sind. Doch in dem Mut zur Veränderung liegt offenbar der Erfolg seiner Partei. „Wir versuchen, dabei alle mitzunehmen, für alle etwas zu verbessern“, sagt er. Auf diesem Weg habe sich die Jugendpartei in Monheim zur Volkspartei gewandelt.

Zahl der Mitarbeiter in der Verwaltung ist auf 700 gestiegen

In den Weg dorthin haben er und seine Mitstreiter viel Arbeit gesteckt. „Wir mussten uns die Politikfelder erst erschließen“, erinnert sich Zimmermann. „Die Zuständigkeiten der Ausschüsse, die Arbeit der Verwaltung. Anfangs wussten wir nicht einmal, wo wir unsere Anträge abgeben mussten.“ Das hat sich geändert.

Inzwischen ist Daniel Zimmermann als amtierender Bürgermeister der Stadt Monheim zugleich Verwaltungschef. Die Zahl der Mitarbeiter ist von 500 auf etwa 700 gestiegen. „Bei der Auswahl habe ich eisern nach Qualifikation entschieden.“ Dass aktuell einige Amts-/Bereichsleiter Monheim verlassen, findet er schade, aber in Ordnung. „Bei guten Leuten muss man damit rechnen, dass sie sich verändern wollen“, sagt er.

Aufgrund seiner Erfahrung – Daniel Zimmermann ist inzwischen 38 Jahre alt – sei er auch selbst schneller geworden, was Verwaltungsarbeit und Entscheidungen betrifft. „Wenn ich sehe, dass etwas nicht funktionieren kann, lehne ich Wünsche ab, ohne sie lange mit mir herumzutragen.“ Ob ihn sein Erfolg verändert hat? „Schon. Aber über manche Kritik im Netz ärgere ich mich immer noch“, stellt er fest.