Monheim bindet Kaufkraft

Handel: Die Gesellschaft für Konsumforschung stellt Monheim für die vergangenen zehn Jahre ein positives Zeugnis aus.

Monheim. Das wird manch einer kaum glauben können: Der Einzelhandel in Monheim hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt - zumindest, wenn man der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung glaubt. Die Düsseldorfer Industrie- und Handelskammer tut es und stellt die entsprechenden Zahlen dem Monheimer Rathaus zur Verfügung. Dessen städtische Wirtschaftsförderung mit Bürgermeister Daniel Zimmermann an der Spitze wiederum präsentierte am Mittwoch nicht nur die positiven Zahlen, sondern zog eine Bilanz der vergangenen zehn Jahre. So lange ist die Wirtschaftsförderung im Rathaus angesiedelt.

Die positiven Zahlen im Einzelhandel lassen sich laut Oliver Brügge, bei der Stadt federführend in diesem Bereich, vor allem durch die Ansiedlungen großer Filialen wie ein zusätzlicher Aldi in Baumberg sowie Kaufland und Plus am Ernst-Reuter-Platz erklären. Damit verbunden ist auch eine höhere Kaufkraftbindung in dem Segment. Mit dem Bau des Centers III in der Stadtmitte soll zusätzlich noch vor allem der Textilbereich gestärkt werden. Hinzu kommt die Möbelkette Poco, die im Herbst im Knipprather Busch eröffnet.

Knipprather Busch - das ist für Thomas Waters, im Rathaus oberster Stadtplaner, ein gutes Beispiel für die funktionierende Wirtschaftsförderung. Denn von den ehemals knapp 80000 Quadratmetern seien lediglich noch 8500 zu haben. Und er betont: "1999 gab es so gut wie keine Gewerbefläche in Monheim. Wir haben 394000 Quadratmeter entwickelt, davon 254000 Quadratmeter vermarktet. Selbst, wenn man die umstrittene Ansiedlung von IMR im Rheinpark abzieht, bleibt noch eine große Fläche. Das ist ein Erfolg."

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist von etwa 9600 im Jahre 1999 auf mehr als 11000 Ende 2008 gestiegen. Das sind die aktuellsten Zahlen des Landesamtes für Datenverarbeitung. Die Stadt weist mit stolzer Brust darauf hin, dass mit der Expansion von Hammesfahr und der Poco-Ansiedlung etwa weitere 250 neue Stellen entstehen.

In diesem Jahr sollen weitere potentielle Gewerbeflächen hinzu kommen. So will die städtische Wirtschaftsförderung zum Beispiel mit UCB, inzwischen Besitzer der Schwarz Pharma, kooperieren. Denn auf dem Werksgelände an der Alfred-Nobel-Straße sollen rund 40000 Quadratmeter vermarktet werden, um eine Art Forschungspark auf die Beine zu stellen. Beim Betonsteinwerk Menk an der Opladener Straße und der geschlossenen Gießerei Schmolz und Bickenbach (Berghausener Straße) ist man ebenfalls mit im Boot. Und mit dem deutlich verbesserten bundesweiten Wirtschaftsdaten werden auch die Grundstückskäufe wieder anziehen - ist sich die Truppe der Wirtschaftsförderung sicher.

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