Monheim : Neun Millionen für moderne Aula

Monheim investiert in Gesamtschule, Gymnasium und die Sanierung der Aula am Berliner Ring.

Nicht nur das Schulzentrum am Berliner Ring wird für 111 Millionen Euro erweitert und umgebaut, auch die Aula als Spielstätte soll umfassend saniert werden. Kosten: 9,2 Millionen Euro laut der Machbarkeitsstudie des Büros Reichel.

Das Gebäude mit dem sechseckigen Grundriss war im Jahr 1972 eröffnet worden, weiß Stadtarchivar Michael Hohmeier. Dank des neuen Gebäudes konnte das städtische Kulturamt damals erstmals Vorführungen von Tourneetheatern anbieten. „Im Innern präsentiert sich die Aula auch heute noch im Zustand der Eröffnung“, so Hohmeier. In der Zwischenzeit ist lediglich die Veranstaltungstechnik modernisiert worden und die hinteren Stuhlreihen im Parkett wurden auf Holzpodeste gehoben, um die Sicht der Hinterbänkler auf die Bühne zu verbessern. In den 90er Jahren ist das Gebäude zudem asbestsaniert worden.

Die Machbarkeitsstudie des Büros Reichel enthält etliche Empfehlungen für eine energetische Sanierung und eine zeitgemäße technische Ausstattung und Gestaltung der Aula. Die Fassade soll gemäß neuester Bestimmungen gedämmt, die Waschbetonelemente durch eine andere Gestaltung ersetzt werden. Auch Fester und Außentüren sowie Dachflächen müssten erneuert werden. „Weil es erfahrungsgemäß an Kassen oder Garderoben zu Schlangen kommt, haben wir Maßnahmen vorgeschlagen, um die Verkehrsflüsse zu optimieren“, sagt Dirk Cheml, Geschäftsführer von Reichel. So könnte die Kasse in einen Windfang mit Vordach an der dem Schulhof zugewandten Seite integriert und der Tresen aus dem hinteren Teil des Foyers mehr zum Eingang hin verlagert werden.

Kulturwerke nutzen die Aula für etwa 42 Veranstaltungen pro Jahr

Die Gutachter haben zudem empfohlen, statt der Podeste im Zuschauerraum Rampen einzubauen. Auch den 70er-Jahre-Charme der hölzernen Innenverkleidung stellen sie zur Disposition. Einer kompletten Neugestaltung soll auch die „Kulisse“ unterzogen werden. Die Gäste-WC wurden bereits saniert, als Nächstes würden die der Künstler zum Zuge kommen.

Bei der Veranstaltungstechnik sieht Gebäudemanager Michael Lobe wenig Erneuerungsbedarf. „Die Medientechnik im Gebäude wurde in den vergangenen Jahren bereits umfangreich ausgetauscht und modernisiert“, erklärt er. Sie werde regelmäßig in Ergänzung zu der im Gebäude vorhandenen Grundausstattung von den Veranstaltern selbst mitgebracht, da jede Veranstaltung eigene Anforderungen stelle. Auch die Beleuchtung werde oft von den Veranstaltern selber ergänzt.

Insgesamt stellt Lobe klar, dass eine konkrete Planung für die Sanierung weder begonnen wurde noch in naher Zukunft in Angriff genommen werde. „Die Ausführung wird erst nach der Fertigstellung der Kulturraffinerie erfolgen. Das Konzept muss sowohl inhaltlich als auch architektonisch in das Gesamtkonzept des Schulcampus integriert werden.“

Im Schulausschuss fragte Alexander Schumacher (SPD), welche Rolle denn für die Aula nach der Fertigstellung der Kulturraffinerie 2023 bleibe? Bürgermeister Daniel Zimmermann (CDU) erklärte, dass in der Bandbreite der Monheimer Spielstätten die Aula mit ihren 650 Sitzplätzen eine mittlere Position einnehme. Der Saal der Musikschule für 70 bis 80 Zuhörer decke kleine Veranstaltungen, wie Kammerkonzerte, ab. Die nächste Kategorie sei der Saal der Volkshochschule, der mit 200 bis 250 Sitzplätzen genügend Raum für Vorträge, Kindertheater und Bürgerworkshops biete. Die Kulturraffinerie mit ihren 1000 bis 2000 Sitzplätzen ist für Großveranstaltungen konzipiert. Die Kulturwerke nutzen die Aula derzeit für etwa 42 Veranstaltungen pro Jahr.

Mehr von Westdeutsche Zeitung