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Monheim 232 Wohnungen entstehen im Berliner Viertel

Monheim : 232 neue Wohnungen fürs Berliner Viertel

Auf dem Grundstück der ehemaligen Anton-Schwarz-Schule baut die Monheimer Wohnen elf Mehrfamilienhäuser mit frei finanzierten und geförderten Wohnungen.

Vor dem Eingang der Hermann-Gmeiner-Schule stapeln sich Rohre. In der Mitte des 22 600 Quadratmeter großen Grundstücks an der Erich-Klausener-Straße im Berliner Viertel graben die Bagger Erde aus und um. „Abwasserrohre werden verlegt, bevor die Baustraßen entstehen“, sagt Michael Lobe. Er ist nicht nur Chef des Gebäudemanagements, sondern ebenso wie Kämmerin Sabine Noll Geschäftsführer der Monheimer Wohnen GmbH. Jetzt haben sie zum Spaten gegriffen und das erste große Bauprojekt der städtischen Gesellschaft gefeiert: „Unter den Linden“.

232 neue Mietwohnungen – 68 davon sozial gefördert – sollen auf dem Areal entstehen. „Nur ein Drittel davon“, so erläutert Lobe, „werden Drei-Zimmer-Wohnungen. Die anderen werden entweder kleiner oder größer.“ Das sei eine ungewöhnliche Mischung. „Aber wir reagieren damit auf die Nachfrage“, so Lobe. In den Häusern der LEG würde die Zahl der Drei-Zimmer-Wohnungen überwiegen. So, wie es in den 70er Jahren üblich gewesen sei. Doch drei Zimmer seien für Familien zu klein und für Menschen, die nach der Familienphase etwas kleineres suchten, zu groß.

Sechs Euro pro Quadratmeter werden die öffentlich geförderten Wohnungen kosten. Wie hoch die Miete für die frei finanzierten Heime liegt, werde erst festgelegt, wenn die Gesamtkosten abgerechnet wären. Etwa mit der ausführenden Baufirma Nesseler Bau und der Monheimer Versorgungsgesellschaft Mega, die die insgesamt elf Häuser mit einem eigenen Heizkraftwerk (HKW) ausstattet. „Das spart, anders als bei Fernwärme, Heiz- und Stromkosten“, erläutert Lobe mit Blick auf die LEG-Häuser. Darüber hinaus sollen alle Wohnungen direkt mit Glasfaser ausgerüstet sein.

Die Fertigstellung der versetzt angeordneten, drei- bis fünfgeschossigen Häuser ist Stück um Stück bis Ende 2021 geplant. Der Standard ist gut. Alle Wohnungen haben einen Balkon und barrierefreie Bäder. Mit dem Aufzug ist jede Wohnung erreichbar. In einer Tiefgarage sollen 80 Prozent der Mieter einen Platz für ihr Auto finden. Weitere Parkplätze werden oberirdisch angelegt. „Wir werden beim Bau auf Putz und Styropor als Dämmmittel verzichten“, erläutert Lobe weiter. Unter den Klinkern komme Mineralwolle zum Einsatz. Die Fenster seien zum Teil bodentief, die Wohnungen dadurch sehr hell. Der vorhandene Grünzug bleibt und kann weiter als Schulweg dienen.

Bürgermeister Daniel Zimmermann zeigte sich zufrieden, dass die Monheimer Wohnen nun aktiv wird. Sechs Jahre habe es von der Idee über die Gesellschaftsgründung bis zum ersten Projekt gedauert. „Wir wollen zum einen bezahlbare Wohnungen schaffen, zugleich aber auch die Mischung im Berliner Viertel verändern“, umreißt der Bürgermeister das Ziel. Mit dem Aachener Bauunternehmen Nesseler Bau GmbH habe die Stadt einen Partner gefunden, der kooperativ und zügig arbeitet. Nach der Vertragsunterzeichnung im Sommer 2019 habe man in nur einem halben Jahr die Planung gestemmt, die Baugenehmigung erwirkt und mit dem Bau begonnen.

Darüber hinaus sieht Zimmermann eine Chance darin, dass es auf dem Wohnungsmarkt in Monheim und insbesondere im Berliner Viertel einen weiteren Wohnungsanbieter gibt. Frei nach dem Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft müsse die LEG, die dort mehr als 3000 Wohnungen anbietet, nun ebenfalls für einen guten Standard sorgen und sanieren. Was sie direkt über dem neu entstehenden Wohnkomplex an der Erich-Klausener-Straße gerade auch tut.

Insgesamt will die Stadttochter „Monheimer Wohnen“ 430 neue Wohnungen in der Stadt bauen. Neben „Unter den Linden“ soll das Geschwister-Scholl-Quartier und an der Europaallee gebaut werden. Die Fertigstellung aller drei Projekte ist bis zum Jahr 2024
geplant.