Monheim 1. FC: Training ruht wegen Hepatitis

Monheim : Hepatitis-Fälle sorgen für Platzsperre

Zwei Spieler der C-Junioren des 1. FC Monheim haben sich mit Hepatitis A infiziert. Das Training alles der Jugend-Teams fällt vorerst aus.

. Bei Werner Geser, Vorstand des Fußballklubs 1. FC Monheim, ist die Nachricht Anfang der Woche angekommen. „Einer unserer Spieler hat sich mit Hepatitis A infiziert, hieß es“, sagt er auf Nachfrage. Der Verein habe sofort den Trainingsbetrieb der Jugendmannschaften eingestellt. „Eine Fachfirma reinigt nun Umkleidekabinen und Sanitäranlagen sowie die Duschen“, sagt Geser. Der Trainings- und Spielbetreib der ersten Mannschaft sei davon nicht betroffen. Diese habe eigene Umkleiden.

Das Kreisgesundheitsamt, das seither in ständigem Kontakt mit dem Verein steht, hat gestern die Mitglieder darüber informiert, dass sich zwei C-Junioren-Spieler mit dem Virus angesteckt haben – vermutlich im Zeitraum vom 28. September bis 11. Oktober. Es sei auch nicht auszuschließen, dass sich noch andere Spieler angesteckt haben und erkranken werden. Die kritische Inkubationszeit reiche daher mindestens bis Ende November, teilt das Gesundheitsamt des Kreises mit und verschickt zugleich Merkblätter über die Krankheit.

Besonders betroffen sein könnten diejenigen Spieler, die die Toiletten benutzt hätten. Denn die Krankheit sei über eine sogenannte Schmierinfektion übertragbar. Das Amt rät deshalb, zeitnah einen Arzt aufzusuchen, Kinder und Jugendliche untersuchen zu lassen, und eine Impfung in Betracht zu ziehen, die in einem frühen Infektionsstadium den Krankheitsverlauf abschwächen könnte. 18 Jugendliche trainieren in der Mannschaft der C-Junioren. Aber alle Jugendmannschaften nutzen die Kabinen, berichtet Geser.

Der Vereinsvorstand mag keine Vermutung dazu äußern, wo das Virus herkommt. „Wir haben jetzt alles getan und müssen abwarten“, sagt er pragmatisch und hofft, dass der Trainingsbetrieb am Samstag wieder starten kann. Rudolf Lange, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, teilt diese optimistische Prognose nicht uneingeschränkt. „Wir wissen nicht, wie viele Kinder und Jugendliche das Virus schon in sich tragen“, sagt er. „Und selbst wenn es bei ihnen nicht zum Ausbruch der Krankheit kommt, können sie das Virus weitergeben.“ Lange ist bereits seit kurz nach den Sommerferien mit dem Thema befasst. „Es gab einige Fälle an einer weiterführenden Schule in Monheim“, berichtet er.

„Ärzte und Labor müssen uns diese melden“, sagt Lange, dessen Behörde nun ermittelt, woher das Virus stammen könnte. Das Amt steht in ständigem Kontakt mit der Schule und den Betroffenen. Die entsprechenden Schüler dürfen ihre Schule so lange nicht betreten, bis das Virus nicht mehr ansteckend ist. Denn auch wenn Hepatitis A die mildeste Form dieser Viruserkrankung ist, die vor allem die Leber trifft, kann sie schwere Verläufe nehmen. Fieber, Durchfälle, Bauchschmerzen, eine Gelbfärbung von Haut und Haaren.

Das Kreisgesundheitsamt ist bei seinen Ermittlungen auch auf die Aussagen von Angehörigen angewiesen. Wird eine Kontaktperson, die dem Umfeld eines Erkrankten nahesteht, nicht als solche erkannt, kann sie andere anstecken. „Ein Jugendlicher war uns nicht genannt worden“, so Lange. Dieser junge Mensch sei weiter zur Schule und zum Sport gegangen. Lange will nicht ausschließen, dass das Virus über diesen Weg in den Verein gekommen ist. Mehr darf er nicht sagen.

Bei der Stadt Monheim waren diese Fälle bis gestern nicht bekannt. Auch nicht bei Stadtteilmanager Georg Scheyer, der regelmäßig die Fußball-Stadtmeisterschaft auf der Anlage des FCM organisiert, zuletzt am 3. Oktober, also genau im Ansteckungszeitraum. 30 Mannschaften mit Schülern bis 16 Jahre haben daran teilgenommen. Er will sofort nach Möglichkeiten suchen, die Familien zu informieren.

Auch Gesundheitsamtsleiter Lange wird nach dieser Information nun auch Kontakt mit der Stadt aufnehmen. „Bisher haben wir uns auf Schule und Verein konzentriert.“

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