Mitmachzirkus in Langenfeld: Manege frei für Ferienkinder und ihre Tauben

Ratingen : Zirkus bietet Kindern tierisches Vergnügen

Den sommerlichen Mitmachzirkus im Langforter Freizeitpark gibt es seit 26 Jahren.

Ängstlich zieht Toni ihre Hand zurück. „Ich trau mich nicht“ sagt die Grundschülerin leise, aber Zirkusfrau Monti macht ihr Mut. „Komm, du schaffst das! Halt deine Hand ganz ruhig vor ihre Brust, dann weiß sie, was sie tun soll.“ Und tatsächlich: Toni befolgt die Anweisungen und „Brownie“, die weiße Pfauentaube, klettert von der Stange auf ihre Hand. Toni strahlt und streichelt den Vogel sachte an der Seite. Die Taubennummer ist nur eines von vielen verschiedenen Angeboten beim Mitmachzirkus im Freizeitpark Langfort. Die große Wiese im Park ist weitläufig abgesperrt, die Zirkusfamilie ist mit einem Konvoi an Wohnwagen und Lkw angereist, hat sogar die rollende Zirkusschule dabei. Schließlich gehören auch viele schulpflichtige Kinder zur Großfamilie Proscho, die das ganze Jahr über für Mitmachprojekte durch Deutschland reist.

Insgesamt 225 Kinder machen diesmal in der letzten Ferienwoche mit – aufgeteilt in Vormittags- und Nachmittagsgruppe. „Es gibt Feuerspucken und Zaubern, Jonglieren, Trapez und ganz ganz viel anderes“, schwärmt Kenza. Mit den anderen Kindern hat sie sich zu Beginn dieses Trainings im großen Zelt eingefunden. Gemeinsam mit dem 20-köpfigen Zirkusteam begrüßen alle den Tag. Zwei haben Geburtstag, es wird gesungen, von den Artisten werden sie hoch in die Luft geschleudert.

„Bei einem solchen Projekt lernen die Kinder neben artistischen Fähigkeiten vor allem eigene Grenzen zu überwinden, über sich hinaus zu wachsen“, erklärt Zirkusfrau Monti. Dabei beobachtet sie, wie die Kinder der Taubengruppe nacheinander die sechs Vögel von ihrer Stange nehmen und sie in ein auf alt getrimmtes gelbes Riesenrad setzen. „Gerade in sich gekehrte Kinder finden hier in dieser Nummer Anerkennung durch das Verhalten der Tiere. Und nervöse Kinder lernen, dass die Übungen mit den Tieren nur mit Ruhe funktionieren. Dazu kommt, dass sie hier Teamgeist entwickeln müssen. Sie lernen abzuwarten und auch Frustration auszuhalten, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt.“

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