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Mit dem Ex-Apotheker durch die Natur spazieren

Mit dem Ex-Apotheker durch die Natur spazieren

Hobby-Botaniker Ingo Henckels erklärt heimische Pflanzen.

Langenfeld. Das erklärte Ziel des 79-Jährigen: „Den Langenfeldern bewusst zu machen, wie wertvoll der Landschaftspark für unsere Stadt ist.“ Eine knappe Stunde sollte der Spaziergang dauern, bei dem die botanischen Besonderheiten des Parks aufgezeigt wurden. Am Ende waren es fast zwei Stunden, in denen die Expedition langsamen Schrittes durch den Park spazierten und dabei links und rechts am Wegesrand Blumen und Gräser ins Auge fasste. „Dabei haben wir nur einen kleinen Bruchteil davon gesehen, was hier im Park wächst und gedeiht“, sagte Henckels am Ende seines Rundgangs. 15 Bürger begleiteten den Senior aufmerksam.

Allein auf den ersten 100 Metern vom Eingang über die Pastor-Breuer-Straße aus in den Park hinein zeigte Henckels gleich eine ganze Palette von blühenden Blumen, Gräsern und Bäumen, die hier dicht an dicht nebeneinander wachsen: Sommerlinden, die sich in ihrem Mastjahr befinden und besonders fruchtbar sind und mehr Samen produzieren, Schlehe, Kartoffelrosen in Rosa und Weiß, Mäuse-Gerste und Zichorie.

Zu den beiden Letzteren erzählte der frühere Apotheker interessante Details, wie etwa, dass die Mäuse-Gerste für Hunde besonders gefährlich sei: „Die Grane der Mäuse-Gerste haben Widerhaken, die in den Körper des Tieres eindringen und sich festhaken und nur noch chirurgisch entfernt werden können“, sagte Henckels.

Die Zichorie hingegen war der Kaffee-Ersatz nach dem Krieg. „Die Wurzelzichorie wurde geröstet und dann wie Kaffee zubereitet. Vielen wird der Muckefuck noch bekannt sein.“ Eine weitere Besonderheit entdeckte die Expedition nur wenige Schritte weiter. Im Fuhrkamp wächst und gedeiht nämlich eine besondere Distelart, wie Henckels verriet: „Die nickende Distel hat die größte Distelblüte.“

Die wildwachsende Brombeerzone sollte reduziert werden. „Die macht nämlich sonst auch sehr viel kaputt.“ Schafgarbe, Bart- und Heidenelken, Bocksbart und Johanniskraut teilen sich den Lebensraum. „Ich kenne den Park eigentlich, aber ich fand den Rundgang jetzt wirklich sehr interessant. Ich habe viel gelernt“, sagte Teilnehmerin Gabriele Behrens.