FDP Langenfeld: Ministerin hofft auf Klebeeffekt

FDP Langenfeld: Ministerin hofft auf Klebeeffekt

Bei der Langenfelder FDP berichtet NRW-Schulministerin Gebauer über Vorhaben.

Französische Canapés, ungarische Gulaschsuppe, spanischer Sekt und deutsches Bier: so europäisch ging es beim Empfang der  FDP im Freiherr-vom-Stein Haus zu. Immerhin tritt ja der Langenfelder FDP-Chef Moritz Körner  dieses Jahr als NRW-Spitzenkandidat zur Europawahl an. „2019 ist ein spannendes Jahr für Europa “, sagt der Landtagsabgeordnete Körner. Für ihn sei es wichtig, Europa insgesamt zu stärken, auch in Anbetracht der unklaren Situation Großbritanniens. Er wäre der erste EU-Abgeordnete der FDP aus dem Kreis Mettmann.

Als Hauptrednerin des Abends geht NRW-Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer besonders auf die Umstellung zurück zur neunjährigen Gymnasiumszeit (G9) ein. „Als Liberale ermöglichen wir den Schulen jedoch auch, bei G8 zu bleiben“, sagt die 52-Jährige. Eine Zahl stehe noch nicht fest, jedoch wollten nach einer aktuellen Bilanz wohl mehr 90 Prozent der Gymnasien das Recht auf den Umstieg in Anspruch nehmen.

Als weiteres großes Schulthema sprach Gebauer die Inklusion an: In den letzten Jahren standen viele Förderschulen aufgrund einer Mindestgrößenverordnung vor der Schließung. Für „Schulen des gemeinsamen Lernens“ fehle es an Sonderpädagogen, dem werde mit mehr Plätzen für den Studiengang Lehramt Sonderpädagogik entgegengewirkt.

Das wohl größte Problem sei aktuell jedoch der Lehrermangel an Grundschulen, Berufskollegs und in der Sekundarstufe I. „Hier fehlt es in Nordrhein-Westfalen an 15.000 Lehrern“, sagt Gebauer. Auf der anderen Seite gebe es jedoch einen Überschuss von 16.000 Lehrern für die Sekundarstufe II. Daher werde Oberstufenlehrern nun nach einer Fortbildung eine Stelle an Grundschulen angeboten. Nach zwei Jahren werde ihnen dann eine Stelle für die Oberstufe garantiert, sagt die Bildungsministerin. „Wir hoffen auf einen Klebeeffekt. Vielleicht gefällt es einigen Lehrern so sehr an der Grundschule, dass sie lieber dort bleiben“. Die Grundschule sei das Fundament für eine erfolgreiche Bildung.  Dort müsste die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen gestärkt werden .Vordringlich sei an Schulen in  NRW insgesamt die Digitalisierung und die Verhinderung von Unterrichtsausfall.

Im Publikum befürwortet FDP-Ratsfrau Hannah Paulsen-Ohme vor allem die Rückumstellung auf G9. Als Dozentin an der Jugendkunstschule merke sie, „dass viele Schüler angespannt sind“. Die 65-Jährige bedauere, „dass viele Kinder durch das viele Lernen und Hausaufgaben keine Zeit haben, ihren Hobbys nachzugehen.  Agnes Ohme (31) findet es gut, dass  Fehler beim Namen genannt werden. „Es muss was getan werden, sonst bleiben unsere Kinder auf der Strecke.“

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