Manga-Workshop in Langenfeld: Comic zeichnen auf Japanisch

Manga-Workshop in Langenfeld: Comic zeichnen auf Japanisch

Eine Manga-Illustratorin hat Jugendlichen gezeigt, wie die Figuren gezeichnet werden.

Langenfeld. "Weiß einer von euch, was ein Chibi ist?" Jen Satora steht vor ihrem Zeichenkurs in der Stadtbibliothek. Ein Mädchen meldet sich. "Das sind Manga-Figuren mit besonders großen Köpfen und Augen", erklärt sie. "Wir malen jetzt ein Chibi-Tier", kündigt die Illustratorin an.

Unter den wachsamen Augen ihrer Schüler zeichnet sie einen Kreis auf ein großes Blatt Papier. Die Kinder zeichnen nach. Es folgt ein weiterer Kreis und Striche für Ohren und Beine. Auch Nadine Horn zeichnet fleißig mit. Zwar gehört die 21-Jährige nicht zur Zielgruppe von Satora, aber auch sie hat Spaß dabei. "Ich habe mit 14 Jahren selbst gemalt", verrät sie. Zusammen mit Simon Schrewe hat sie den Kurs "Komiku - Mangazeichnen" organisiert, in dem Kinder lernen können, wie die japanischen Comics entstehen. "Früher war das Ganze nicht so bekannt, aber durch Pokémon und Yugioh kennen die Kinder den Stil und interessieren sich dafür", weiß Horn, Auszubildende in der Stadtbücherei.

Jetzt geht es an die Feinheiten. Satora legt ein weißes Blatt über ihre Skizze. "Wir haben die grobe Form, jetzt kommt die eigentliche Zeichnung." Mit geübter Hand zeichnet sie erst Ohren, dann die Kopfform und die Gesichtszüge des Tierchens.

Der Zeichenkurs ist auch schon am Dienstag gut bei den Kindern angekommen. "Hier sollen die Kinder hauptsächlich das Mangazeichnen und verschiedene Stile kennen lernen", erläutert Satora. Angefangen wird deswegen auch mit den Grundformen des Körpers.

Die Illustratorin hat selbst ein Zeichenbuch herausgebracht, in dem die Zeichenschritte erklärt werden. Solche Bücher betrachtet Marie als große Hilfe. Die Zwölfjährige zeichnet schon lange und wollte jetzt einmal den Manga-Stil ausprobieren. "Es sieht zwar unrealistischer aus, aber es ist doch schon um Einiges einfacher als ein richtiges Porträt", so Marie. Es folgt der Rumpf. Passend zu den überdimensional großen Ohren folgen ein weich aussehender Körper und ein langer bauschiger Schwanz.

Ganz vorne sitzen Caroline (14), Vanessa (12) und Kim (11). Alle drei zeichnen schon lange im Manga-Stil und stürzen sich begierig auf die ausliegenden Zeichenvorlagen und -Inspirationen. Caroline liest auch zwischendurch ein Manga. Angefangen hat für sie alles mit der Zeichentrickserie "Tokyo Mew Mew", die sie sich auf Youtube angesehen hat. "Mich haben besonders die ausdrucksstarken Augen fasziniert", erklärt sie. Bei dem Kurs wollte sie einfach mal ganz entspannt neue Sachen ausprobieren und ein paar Tipps und Tricks einholen.

Noch ein paar Details. Geschlossene Knopfaugen. Ein freundliches, zufriedenes Lächeln. Das fertige Tierchen sieht die Kinder von dem Blatt aus an. "Jetzt könnt ihr es nochmal im Alleingang versuchen", beschließt die Illustratorin Jen Satora. Die Kinder wenden sich wieder ihren Blättern zu.

Mehr von Westdeutsche Zeitung