Locher Wiesen: Naturschützer kritisieren Bebauungspläne

Locher Wiesen: Naturschützer kritisieren Bebauungspläne

BUND lehnt die Entwicklung des Reusrather Gebiets ab. Die Bürgerinitiative fühlt sich dadurch bestärkt. Sie will nun die CDU von ihrer Lösung überzeugen.

Langenfeld. Das Thema Locher Wiesen nimmt wieder Fahrt auf. Im Juni wird die geplante Bebauung in Reusrath erneut auf der Tagesordnung des Planungs- und Umweltausschusses stehen. Dann werden auch die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange Berücksichtigung finden. Die Träger haben zurzeit Gelegenheit, sich zum Projekt Locher Wiesen zu äußern.

Nach WZ-Informationen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) bereits seine Haltung gegenüber der Bebauung deutlich gemacht: Er lehnt sie wegen erheblicher Bedenken hinsichtlich des Arten- und Naturschutzes ab.

Zur Erinnerung: Häuser sollen auf dem Gebiet entstehen. Entlang des Locher Wegs ist die Anordnung einer „straßenbegleitenden Einzel- und Doppelhausbebauung“ mit kurzen Stichstraßen geplant, die eine Einzelhausbebauung in zweiter Reihe möglich macht (25 Wohneinheiten).

Insgesamt 30 Wohneinheiten sind im Bereich nördlich des Locher Wegs und westlich des Friedhofs vorgesehen. Zwischen Locher Weg und Reusrather Bach soll laut Stadt aber ein Grünbereich „zur Sicherung des gesetzlich geschützten Biotops, zur naturnahen Entwicklung des Reusrather Bachs und zur Sicherung der wohnungsnahen Freizeit- und Erholungsfunktion“ freigehalten werden.

Dafür entstehen auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände an der Barbarastraße sieben Mehrfamilienhäuser und zwölf Einfamilienhäuser.

Der BUND empfiehlt nun, eine Verkleinerung des Baugebiets in Erwägung zu ziehen. Besonders schützenswerte Arten wie Mäusebussards und Turmfalken nutzen laut seiner Einschätzung das Gebiet zum Jagen, Kiebitze als eine von verschiedenen Vogelarten rasten auf den Feuchtwiesen und auch Pflanzenarten wie das Sumpf-Weidenröschen finden sich auf den Locher Wiesen — laut BUND alles Gründe, die gegen die Bebauung nach den aktuellen Plänen der Verwaltung sprechen.

Nicht nur das: Nach länger andauerndem Regen stehen Großteile der Locher Wiesen gummistiefelhoch unter Wasser — laut BUND sollte schnellstmöglich geklärt werden, wie dieses Problem künftig gelöst wird, das wie das Wasser abgeleitet werden soll.

Andreas Menzel, Sprecher der Bürgerinitiative „Erhalt der Locher Wiesen“ fühlt sich durch die Meinung des BUNDs bestätigt. „Das sind genau die Argumente, die die Bürgerinitiative und auch die Reusrather Bürger bereits seit eineinhalb Jahren anführen“, sagt er auf WZ-Nachfrage.

Die Bürgerinitiative habe auch genaue Vorstellung, wie „durch geringfügige Änderungen des Bebauungsplans“ eine Lösung gefunden werde, „mit der schließlich alle Seiten zufrieden wären“.

„Durch die Umlegung des Regenrückhaltebeckens an das gesetzlich geschützte Biotop würde eine große Gesamtfläche entstehen — ohne Zerstückelung durch Bebauung“, sagt Menzel. Auf der freigewordenen Fläche — wo vorher das Regenrückhaltebecken stand — könnten dann laut Menzel ohne Bedenken Häuser gebaut werden.

Die Bürgerinitiative richtet einen Appell an die CDU: „Sie hat sich bisher immer für eine Bebauung ausgesprochen, wir wollen nun noch einmal das Gespräch suchen und unsere Vorschläge vorstellen“, sagt Menzel. „In der Haushaltsrede hat Dieter Braschoss betont, dass der Grüngürtel bei der CDU einen besonderen Schutz genießt. Jetzt kann die Fraktion zeigen, ob das wirklich so ist.“

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