Lions-Clubs sammeln in Langenfeld und Monheim Hörgeräte

Lions-Clubs: Gebrauchtes für einen guten Start in Bildung und Beruf

Aktion „Hilfe für kleine Ohren“ läuft nun auch in Monheim an. Lions-Club sammelt alte Hörgeräte für Kinder in Entwicklungsländern.

Zehn gebrauchte Hörgeräte liegen bei Silke Beyenburg in einer kleinen Sammelbox, Neuwert mindestens 10 000 Euro. Die Hörgeräte-Akustikmeisterin, die im Januar das alteingesessene Fachgeschäft Zänder an der Neustraße in Monheim übernahm, beteiligt sich – wie die beiden anderen Fachgeschäfte in Monheim und Baumberg – an der Aktion der Lionsclubs „Hilfe für kleine Ohren“. Gemeinsam gaben Dr. Angela Linhart, aktuell Präsidentin des LC Monheim „Alte Freiheit“, und Dr. Annette Busemann, die Fördervereinsvorsitzende, den offiziellen Startschuss für die Sammlung in der Gänselieselstadt. Silke Beyenburg hatte ihre Box sogar schon im November 2018 aufgestellt.

„Es geht darum, gebrauchte Hörgeräte an bedürftige, hörgeschädigte Kinder in Entwicklungsländern zu geben“, fasst Linhart das Projekt zusammen. „Ein Kind, das nur schwer hören kann, erwirbt nur mühsam Sprachkenntnisse, kann kaum die Schule besuchen oder einen Beruf erlernen“, ergänzt Sofia Petrova, die sich seit Jahren für diese Idee engagiert. Es ist eine unglaubliche Kette von Mitwirkenden, bis das hier nutzlos gewordene Gerät vom Sammeln, Sortieren, ggf. Reparieren, weltweit über Hilfsorganisationen, Krankenhäuser, Schulen usw. vor Ort von Spezialisten individuell an einen neuen kleinen Nutzer angepasst wird.

Mit großer Freude sieht Kurt Seyboldt, der im Langenfelder Lionsclub im Sommer 2018 die Aktion „Hilfe für kleine Ohren“ startete, dass sich nun auch die Monheimer aktiv beteiligen. In der Posthornstadt wurden inzwischen über verschiedene Wege (Hörgeräteakustiker, Ärzte, Einrichtungen der Altenhilfe) fast 400 Geräte gesammelt. Peter Siemons, der Langenfelder Activity-Beauftrage, betont den Nutzen solch ortsübergreifender Zusammenarbeit, die vermutlich noch optimiert wird. „Als nächstes werbe ich in Leichlingen“, zeigt sich Seyboldt zuversichtlich.

Beyenburg sieht in der Idee großes Potenzial. „Die Hersteller der Geräte beenden spätestens nach acht Jahren die Wartung, die Krankenkassen bezuschussen nach sechs Jahren neue Geräte“. Mit Flyern und Plakaten in Arztpraxen oder Apotheken soll das Bewusstsein geschärft werden. In Langenfeld wurde das Sammeln von Brillen und Hörgeräten zum „Dauerbrenner“. Bei allen bekannten Lions-Aktivitäten – von der Schlemmermeile bis zum Weihnachtsmarkt – stehen Sammelboxen für diese Hilfsmittel, die in Schubladen schlummern und „zu schade zum Wegwerfen“ sind.

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