Leseschaukel Projekt: Spielplatz wird zur Bücherecke

Leseschaukel Projekt: Spielplatz wird zur Bücherecke

In den Sommerferien sollen Paten Kindern zwischen Schaukel und Rutsche vorlesen.

Monheim. Wenn das Wetter mitspielt, ist es in den Sommerferien das Schönste, mit seinen Freunden draußen unterwegs zu sein. Mehr als 60 Spielplätze gibt es in Monheim und Baumberg, auf denen sich Kinder jeden Alters so richtig austoben können. Doch irgendwann sind die Spielideen ausgegangen oder die Kinder möchten sich einfach mal für eine Weile ausruhen.

Das Ulla-Hahn-Haus startet in den Sommerferien das Leseschaukel Projekt. Zweimal in der Woche kommen Vorleser auf Monheims Spielplätze und lesen den Kindern vor. „Sechs Wochen Sommerferien können lang werden. Ich denke, dass es für die Kinder eine willkommene Abwechslung ist, wenn sie auf dem Spielplatz etwas vorgelesen bekommen“, sagt Julia Gerhard, Leiterin des Ulla-Hahn-Hauses.

Mit einem Rucksack voller Bücher ziehen die Vorleser auf die Spielplätze. „Da wir im Vorhinein nicht wissen können, wer dort spielt, sind im Rucksack Bücher für verschiedene Altersklassen“, erläutert Gerhard.

Jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr kommen die Leseschaukel-Paten auf den Grünzug Brandenburger Allee, jeden Dienstag wird zur gleichen Zeit in Baumberg vorgelesen, wo steht noch nicht genau fest. Etwa zwölf Jugendliche und Erwachsene Paten haben sich bisher gemeldet.

„Wenn sich noch mehr melden, können wir vielleicht noch einen dritten Spielplatz besuchen.“ Mit den Kindern, die Lust aufs Zuhören haben, werden die Bücher dann ausgewählt. Im Anschluss kann gemeinsam gespielt werden. „Das Angebot ist aber offen. Die Kinder sind nicht gezwungen, zwei Stunden zuzuhören.“

Als Vorleser haben sich bisher neben Erwachsenen auch einige 16-jährige Jugendliche gemeldet, die an der Peter-Ustinov-Gesamtschule beim Lesementoring mitgemacht haben.

Das Projekt des Kinder- und Jugendliteraturzentrums für Nordrhein-Westfalen hat den Schülern beigebracht, wie sie das Lesen spielerisch an Grundschüler heranführen können. „Deswegen gehen die Vorleser in gemischten Teams auf die Spielplätze.“

Vorab gibt es für alle Lesepaten aber noch eine Fortbildung im Ulla-Hahn-Haus. Dort werden verschiedene Lesearten und -techniken geübt. Am 27. Juni findet das zweite Infotreffen für alle Leseschaukel-Paten statt.

Von 17 bis 19 Uhr treffen sich alle Vorleser und die, die es noch werden wollen im Ulla-Hahn-Haus. Um die Rucksäcke zu füllen, brauchen die Leseschaukel-Paten noch gute Bücher für Kinder. Gesucht werden vor allem relativ aktuelle Titel.

„Natürlich gibt es auch schöne Klassiker, doch viele alte Bücher sind einfach nicht mehr zeitgemäß“, so Gerhard. Wer also spannende Romane oder Kurzgeschichten hat, die ausgelesen wurden und die zu Hause keine Verwendung mehr finden, kann diese im Ulla-Hahn-Haus an der Neustraße 2-4 abgeben.

Außerdem wird am 15. und 16. Juni für Kinder von zehn bis 14 Jahren der „Kulturrucksack“ gepackt. Jugendbuchautor Manfred Theisen schreibt mit den Teilnehmern Kurzgeschichten und Hörspiele zum Thema „Welche Geschichten erzählt der Rhein?“ In den Sommerferien gibt es zum dritten Mal die Schreiboase für Kinder von acht bis zwölf Jahren.

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