Lebenshilfe: 25 Jahre mitten in Langenfeld

Lebenshilfe: 25 Jahre mitten in Langenfeld

Soziales: Das Wohnheim der Lebenshilfe feiert Jubiläum. Für mehr Komfort und Privatssphäre wird zukünftig unter anderem die Zahl der Einzelzimmer erhöht.

Langenfeld. Ein Heim für Menschen mit geistiger Behinderung mitten im Wohngebiet - das war Anfang der Achtziger alles andere als üblich. Damals baute man Heime auf die grüne Wiese, weit weg von den Innenstädten. Umso ungewöhnlicher war es, als 1985 mitten in Langenfeld am Auguste-Piccard-Weg das Wohnheim der Lebenshilfe eröffnete und 54 Bewohner einzogen.

"Es ging darum, mit der Gesellschaft in Kontakt zu treten. Es ging aber auch darum, dass unsere Bewohner die Infrastruktur nutzen können. Auf der grünen Wiese gibt es keinen Kiosk und keinen Supermarkt, den sie auch mal allein besuchen können", sagt Stefan Stahmann, Leiter des Lebenshilfe-Wohnverbundes Langenfeld/Monheim. So gehören die Bewohner mittlerweile zum Stadtbild dazu. "Man kennt sie einfach. Es gibt einen Bewohner, der steht auf jedem Stadtfest auf der Bühne. Wenn er nicht da ist, vermisst man ihn", sagt Stahmann.

Heute ist das Haus, das in diesem Jahr 25.Geburtstag feiert, immer noch ungewöhnlich - aber aus einem anderem Grund. "Heute würde man nicht mehr so große Heime bauen, heute schafft man kleine Wohneinheiten", erklärt Heimleiter Stahmann.

Zurzeit wohnen 50Menschen im Wohnheim, 40weitere leben in Außengruppen, darunter in zwei Doppelhaushälften und einem Einfamilienhaus. Noch in diesem Jahr soll ein neues Haus für betreutes Wohnen an der Talstraße gebaut werden. Dann werden acht Bewohner des Heims in die neuen Appartements ziehen. Hintergrund ist eine Forderung des Gesetzgebers, wonach die Zahl der Doppelzimmer reduziert werden muss. "Das Wohnheim wird also in seiner Größe bestehen bleiben, aber es werden weniger Menschen darin leben", erklärt Stefan Stahmann. Ein Teil der 64Mitarbeiter wird dann ebenfalls an die Talstraße umziehen.

Die Ansichten darüber, wie eine optimale Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung auszusehen hat, haben sich im Laufe der 25Jahre geändert. Und auch das Wohnheim wurde diesen neuen Bedürfnissen immer wieder angepasst. 2008 wurde ein so genannter Snoezelen-Raum eingeweiht, der mit Lichtspielen, Wasserbett und ruhiger Musik für Tiefenentspannung sorgen soll.

Schon 2004 war der Dachboden ausgebaut worden, das Schwarzlichttheater bekam einen Probenraum, die Bewohner einen Aufenthaltsraum. Ein Lift wurde aufs Dach gesetzt, die Bäder renoviert und das Erdgeschoss barrierefrei umgebaut. Denn auch das ist Thema: Nicht nur das Haus, auch seine Bewohner werden älter. 25 der Heimbewohner leben von Anfang an in dem Haus. Entsprechend ist mehr Komfort gefragt. Den Kontakt zur Nachbarschaft hat die Lebenshilfe stets mit einem jährlichen Sommerfest gepflegt. Auch in diesem Jahr wird gefeiert, anlässlich des Jubiläums allerdings etwas größer (siehe Kasten).