Langenfelder singen bei Luther-Oratorium

Langenfelder singen bei Luther-Oratorium

Im Düsseldorfer ISS-Dome wirken heute rund 2800 Sänger mit.

Langenfeld/Düsseldorf. Die Aufführungen sind ein gesangliches Großereignis in der Dimension der Fischerchöre: Rund 2800 Sänger wirken heute beim Pop-Oratorium „Luther“ im Düsseldorfer ISS-Dome mit. Auch Langenfelder Stimmen sind dabei — Sänger, die sonst mit Kirchenchören oder bei VoiceArt, den früheren Langenfelder Gospelsingers, auftreten. Ebenfalls dabei: Frank Theis, der Leiter der Langenfelder Kopernikus-Realschule. „Jede Stimme ist ein Teil des Ganzen“, sagt der sangesfreudige Pädagoge und schätzt die bunte Mischung unter den Sängern.

In seiner Stimmlage singt auch ein Zuwanderer aus Pakistan, der sich vor kurzem hat taufen lassen. „Habt Mut!“ ist eines der Lieblingsstücke Theis’: „Das passt zu meinem Christsein wie zu meiner Aufgabe in der Schulleitung: mit Mut auf das sehen, was möglich ist.“

In der Sprache der Popmusik erzählt das Oratorium vom Reformator Martin Luther, einem Menschen mit Ängsten, Zweifeln, Gewissenskonflikten, aber echten Überzeugungen. Die Veröffentlichung seiner Thesen jährt sich in diesem Jahr zum 500. Mal. In ihnen prangerte der damalige Augustinermönch und Wittenberger Theologieprofessor unter anderem Missstände in der Kirche an. Mit den Thesen, mit denen Luther sein Leben riskierte, begann die Reformation. Das Oratorium ist jedoch keine Geschichtslektion — „dieser ,Luther’ soll unter die Haut gehen. „Selber denken“ lautet einer der großen Songs des Musicals. Schöpfer des Werks sind der Komponist Dieter Falk aus Düsseldorf-Urdenbach und der Librettist Michael Kunze. Mit Chor, Orchester, Band und 13 Solisten wird es auch in Berlin, Hamburg, Hannover und München aufgeführt.

Die Uraufführung in Dortmund begeisterte 16 000 Zuschauer. Für jede Veranstaltung wird ein Chor von mehreren tausend Sängern aus der Region gebildet. Die Hauptprobe für die Düsseldorfer Aufführungen fand in der Essener Grugahalle statt. Dirigent Christoph Spengler formte den Chor und schafft es, eine große Bandbreite von Emotionen darzustellen: „Nicht nur groß und laut“, lautete sein Credo an die Sänger.

Die Chormitglieder sind zwischen sieben und 87 Jahre alt, das Durchschnittsalter ist 41. Es singen 937 Personen im Alt, 277 im Bass, 1358 im Sopran und 247 im Tenor.

Zwei Aufführungen gibt es heute im Düsseldorfer ISS-Dome, Theodorstraße 281 in Rath: eine um 14 und eine um 19 Uhr. Veranstalter sind die Stiftung Creative Kirche und die Evangelische Kirche. Karten für 19,50 bis 59,95 Euro gibt es im Internet oder Telefon 01806/999 0000. gut

www.luther-oratorium.de

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