Langenfelder Bauboom: Wie sozial soll er sein?

Langenfelder Bauboom: Wie sozial soll er sein?

Ein Gutachten, wie viele Sozialwohnungen die Stadt braucht, lässt immer noch auf sich warten.

Langenfeld. 2014 ist in Langenfeld wohl ohne Übertreibung ein Jahr der Bagger. Gleich mehrere neue Wohngebiete entstehen. 70 Wohneinheiten sind es an der Schulstraße (ehemals Möbel Zass), je etwa 50 an der Solinger Straße und hinter der Sparkasse.

Nachgehakt

Damit nicht genug: An der Nelly-Sachs-Straße in Immigrath sind gut 70 Häuser geplant, am Berghausener Blumentopf startet der erste Bauabschnitt mit überwiegend Einfamilienhäusern. In keinem Fall ist eines vorgesehen: sozialer Wohnungsbau.

Wer den nutzen möchte, der muss einen entsprechenden Wohnberechtigungsschein haben. Den gibt es bei entsprechend niedrigem Einkommen bei der Stadtverwaltung. Gut 1200 Wohnungen werden in Langenfeld im sozialen Wohnungsbau angeboten — die meisten davon sind Drei-Zimmer-Wohnungen. 275 Haushalte stehen auf der Warteliste.

Doch heißt das, dass exakt dieser Bedarf auch besteht? „Wirklich brisante Fälle sind nicht viele dabei. Da werden wir auch so schnell wie möglich aktiv und versuchen zu vermitteln. Aber meist sind es junge Leute, Auszubildende oder Studenten, die sich auf die Liste setzen lassen, aber sehr wohl Wohnraum bei den Eltern haben“, hatte Beigeordnete Marion Prell im WZ-Gespräch gesagt und auf ein in Auftrag gegebenes Gutachten verwiesen.

Das war im August. Und jetzt? „Die Bestandsaufnahme läuft noch. Einen ersten Zwischenbericht wird es in der Februarsitzung des Planungs- und Umweltausschusses geben“, sagt Stephan Anhalt, Leiter des Planungsreferats im Rathaus. Einzelheiten gebe es derzeit dazu noch nicht.

Sollte sozialer Wohnungsbau oder zumindest preisgünstiges Wohnen empfohlen werden, ist der Einfluss der Stadt begrenzt. Handelt es sich um Grundstücke in kommunalem Besitz, kann mit einem Investor entsprechend verhandelt werden. Ansonsten ist es schwer.