Langenfeld : Fast 300 Bürger fordern Tempo 30 für Autos

Der Langenfelder Lothar Probost kritisiert das starke Verkehrsaufkommen im Ortsteil Wiescheid durch den Pendelverkehr. Er hat zahlreiche Unterschriften für die Forderung des Tempolimits gesammelt.

Lothar Probost lebt in Langenfeld-Wiescheid. Adresse: Winkel 3. „Das sind die Häuser kurz vor der Autobahnunterführung“, erklärt er. Diese Straße wird gern von Autofahrern genutzt, die schnell von Solingen nach Langenfeld kommen wollen. „Das Verkehrsaufkommen ist sehr hoch“, sagt Probost. Vor allem morgens und abends. Dreieinhalb bis vier Stunden fließe der Verkehr heftig. Er habe immer wieder Vorstöße gemacht, etwas dagegen zu tun, sei aber bei der Orts-CDU nicht weitergekommen. „Die haben das Thema gern mal hinten angestellt.“ Als dann im Januar ein entsprechender Antrag der BGL vertagt wurde, sei er aktiv geworden.

Jetzt geht die BGL erneut mit ihrem Antrag in den Bau- und Verkehrsausschuss, der heute um 18 Uhr im Rathaus tagt. Sie fordert ein Tempolimit von 30 Stundenkilometer (statt aktuell Tempo 50) auf der Kirchstraße, der Tiefenbruchstraße und der Straße Winkel bis zur Autobahnunterführung. Damit soll die Verkehrssicherheit auf diesen Straßen erhöht werden, sollen die Probleme zwischen ruhendem und rollendem Verkehr gemindert werden.

Die Unterschriftensammlung, die Lothar Probost (parteilos) initiiert hat, soll dem Antrag Nachdruck Verleihen. Rund 270 Bürger haben unterschrieben. Sie wollen weniger Verkehr und weniger Lärm. Durch ein Tempolimit, so steht es im Anschreiben, könnte die Strecke für den Schleich- und Durchgangsverkehr zwischen Solingen und Langenfeld unattraktiv gemacht werden.

Für Lothar Probost wäre Tempo 30 schon „eine gute Sache. Das würde eine Beruhigung bringen“, sagt er und ergänzt. „Wir reden ja nicht von einer Spielstraße.“ Seit er im Ruhestand ist, nimmt er sich Zeit für seine Nachbarschaft. „Rund 330 bis 400 Autos habe ich einmal gezählt“, sagt der Langenfelder. Diese zählte er vom Parkplatz an der Unterführung aus.

Eine Verkehrsberuhigung könnten allen Beteiligten zu gute kommen

Torsten Fuhrmann, sachkundiger Bürger bei der BGL, lebt ebenfalls in Wiescheid und ist von Bürgern auf den heftigen Berufsverkehr angesprochen worden, der durch die Tiefenbruchstraße fließt. „Man kommt kaum über die Straße“, weiß er. Deshalb habe die BGL den Antrag nun in erweiterter Form noch einmal gestellt. „Wenn die Verkehrsberuhigung kommt, profitieren alle davon“, ist er überzeugt.

Ob die Mehrheitspartei CDU das auch so sieht, ist offen. „Ich sperre mich nicht gegen eine Geschwindigkeitsreduzierung in Wiescheid, würde die Diskussion im Ausschuss aber abwarten wollen“, sagt Ratsfrau Barbara Assmann (CDU). Ihre Fraktion hatte im Januar den BGL-Antrag vertagt, um der Verwaltung Gelegenheit zu geben, die Geschwindigkeit an Kirch- und Tiefenbruchstraße noch einmal zu messen. Innerhalb von zwei Monaten (Ende März bis Ende Mai) hat die Verwaltung dreimal gemessen, einmal an der Tiefenbruchstraße in beide Fahrtrichtungen und je einmal an der Kirchstraße in Richtung Wasserburg und in Richtung Oststraße. Danach sei die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern grundsätzlich eingehalten worden. Vor allem an der Kirchstraße fahren die meisten Autofahrer unter Tempo 35 heißt es im Bericht der Verwaltung.

Lothar Probost und die Vertreter der BGL wundert das nicht. Die Messpunkte hätten nahe an den verkehrsberuhigenden Bodenwellen gelegen. „Da fährt keiner schneller als 30 Stundenkilometer“, sagt auch Ratsherr Andreas Menzel von der BGL.

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