1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Langenfeld und Monheim

Langenfeld: Tod eines 55-Jährigen gibt Rätsel auf

Langenfeld : Polizei bittet um Hinweise nach Tod eines 55-Jährigen

Suizid oder Gewaltverbrechen in einer leer stehenden Wohnung in Richrath? Eine Mordkommission ermittelt.

Der Tod eines 55 Jahre alten Mannes in einer leer stehenden Wohnung gibt der Polizei Rätsel auf. Es ist schon sechs Wochen her, dass seine Leiche in Richrath gefunden wurde. Und im Ortsteil verbreiteten sich seither Gerüchte über ein mögliches Verbrechen. Die Polizei wollte hierzu bislang nichts sagen, weil es sich womöglich um einen Suizid handeln könnte – der die Öffentlichkeit nichts anzugehen hat. Dies gelte dann auch für die genaue Adresse der Richrather Wohnung.

Ein Suizid ist nach Angaben der ermittelnden Staatsanwaltschaft Düsseldorf immer noch nicht ausgeschlossen, sagte deren Sprecherin Laura Hollmann. Indes gibt es nach ihren Worten jetzt „Erkenntnisse, dass ein Tötungsdelikt zumindest nicht ausgeschlossen werden kann“. Deswegen sei zu diesem Fall eine Mordkommission eingerichtet worden. Und die Polizei hoffe auf Hinweise (­siehe Info-Box).

Der Tote wurde am 10. Juni
in der Wohnung entdeckt

Aus ermittlungstaktischen und auch persönlichkeitsrechtlichen Gründen wollte die Staatsanwältin keine Details zum familiären Umfeld des Toten nennen. „Es ist aber kein Langenfelder“, sagte sie. Als der 55-Jährige am Mittwoch, 10. Juni, gegen Mittag in der leerstehenden Wohnung entdeckt wurde, habe es zunächst keine Anhaltspunkte auf ein Gewaltverbrechen gegeben. „Es wurde aber ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet und eine Obduktion angeordnet“, berichtet ­Hollmann.

Zwar soll der Tote keine äußerlich erkennbaren Verletzungen gehabt haben. Doch deute manches darauf hin, dass der Mann womöglich nicht selber seinem Leben ein Ende gesetzt hat. Sowohl die Auffindsituation als auch die Obduktionsergebnisse der Rechtsmediziner ließen an einem Suizid zweifeln und legten ein Tötungsdelikt nahe. Doch über mögliche Hintergründe und Tatverdächtige äußerte sich die Staatsanwältin nicht. Auch nicht dazu, warum sich der Mann in der Wohnung aufgehalten hatte und wer ihn dort gefunden sowie die Polizei gerufen hatte. „Wie gesagt: Ein Suizid ist weiterhin nicht ausgeschlossen.“ Und deswegen gebiete auch die Pietät Zurückhaltung. Die wegen eines möglichen Gewaltverbrechens ermittelnden Polizisten der Mordkommission seien dabei, weitere Spuren auszuwerten und das persönliche Umfeld des 55-Jährigen auszuleuchten. Staatsanwaltschaft und Polizei seien bei ihrer Arbeit dankbar für Hinweise von Zeugen, die an jenem 10. Juni in Richrath etwas Verdächtiges beobachtet haben oder die zu möglichen Hintergründen des Todes des Mannes etwas wissen.