Langenfeld Stadt prüft Gelbe Tonne statt Plastiksack

Lokalpolitik : Soll Mülltonne dünne Plastiksäcke ersetzen?

Im Haupt- und Finanzausschuss wurde festgelegt, dass diese Alternative geprüft werden solle. Biotonne wurde abgelehnt.

Die Tüten für den Verpackungsmüll in Langenfeld sind hauchdünn. Sie reißen. Grund genug für die FDP, anzufragen, ob eine Tonne nicht sinnvoller wäre. Jetzt soll geprüft werden, ob die Einführung der Gelben Tonne statt des Sacks optional möglich ist. Keine Mehrheiten gab es hingegen im Haupt- und Finanzausschuss für die Einführung einer städtischen Altkleidersammlung (Anfrage BGL), für die Einführung einer Biotonne (Prüfantrag Die Grünen) und für eine Kleinelektrogerätesammlung (BGL-Anfrage). In einer Sondersitzung hatten die Politiker sich in Gruppen bereits mit den Themen beschäftigt.

Während Heike Lützenkirchen jetzt für die SPD Informationsbedarf zur generellen Zusammensetzung der Müllgebühren anmeldet, wirft Gerold Wenzens (BGL) der Verwaltung vor, sie mauere bei diesen Themen. „Es gibt keine klaren Entscheidunsgrundlagen für die Ablehnung einer städtischen Altkleidersammlung“, findet der BGL-Ratsherr. Für Jürgen Brüne, Sprecher der CDU, ist die Sache jedoch ganz klar und er folgt der Verwaltung, die keine zusätzlichen Bedarf für eine Altkleidersammlung sieht. „Es gibt genügend Anlaufstellen in der Stadt, wo Bürger ihre alte Kleidung abgeben können“, sagt er. Bürgermeister Frank Schneider, der dem Ausschuss vorsitzt, weist den Vorwurf einer Blockadehaltung zurück. Die Ablehnung einer Sammlung ist mehrheitlich, bei zwei Enthaltungen der BGL.

Handel soll nicht außer
Pflicht gelassen werden

Auch eine eigene Sammlung für Elektrokleingeräte fand keine Mehrheit im Ausschuss. Der Stadt fehle sowohl die erforderliche Logistik als auch das Personal für eine solche Sammlung, heißt es in der städtischen Begründung. „Außerdem“, so ergänzte der Grünensprecher Günter Herweg, „darf man den Handel auch nicht aus der Pflicht lassen, Elektrogeräte zurückzunehmen.“ Auch Jürgen Brüne verwies auf die vorhandene Sammelstelle des Betriebshofs und die Rücknahmeverpflichtung des Handels. Der Verwaltungsvorschlag wurde gegen zwei Stimmen der BGL mehrheitlich angenommen.

Auch eine Biotonne, die regelmäßig geleert wird, wird es in Langenfeld nicht geben – zum Bedauern der Grünen. Die warfen an diesem Punkt der Verwaltung eine Verweigerungshaltung vor. „Wo bleibt eine Kostenschätzung“, fragte Herweg. „Wir sind im Kreis Schlusslicht bei den Bioabfällen“, kritisierte er. Die Stadt hingegen argumentiert, dass es in Langenfeld viele Bürger gebe, die selbst kompostieren. Und das, was dann auf der Kreisdeponie Mettmann lande, sei gutes Material, was dort gern kompostiert würde. Die Stadt selbst begründete ihre Ablehnung mit zu vielen offenen Fragen für ein Holsystem. Sie argumentierte, dass das bisherige Bringsystem dazu führe, dass viel Grünschnitt abgegeben werde und weniger Küchenabfälle, die ohnehin nicht kompostierbar seien. Und wer sich den Weg zum Betriebshof sparen wolle, kompostiere selbst. Das tun 2800 Eigenheimbesitzer in Langenfeld. Nach Ansicht der Verwaltung könne eine Biotonne, die regelmäßig geleert wird, flächendeckend nur mit Anschluss- und Benutzerzwang eingeführt werden. Gegen die Stimmen der Grünen und bei zwei Enthaltungen der BGL wurde die Verwaltungsvorlage angenommen.

Einstimmig beschlossen wurde die Vorlage zur Gelben Tonne: Die Verwaltung will prüfen, ob es möglich ist, die Gelbe Tonne optional zum Gelben Sack anzubieten. Falls nicht, sollen stärkere Gelbe Säcke benutzt werden.

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