Langenfeld: Rembrandt´s Meisterwerke der Radierkunst im Kulturellen Forum

Langenfeld: Rembrandt´s Meisterwerke der Radierkunst im Kulturellen Forum

Das Kulturelle Forum zeigt vom 16. August bis 11. Oktober 70 Originale aus der Kunstsammlung der Universität Göttingen.

Langenfeld. Wer als Ausstellungsort bekannt werden will, muss Hochkarätiges zeigen. Dieser Leitlinie folgt das Kulturelle Forum im Freiherr-vom-Stein-Haus seit der Eröffnung am 3. Oktober 1998.

Die an der Hauptstraße bereits ausgestellten Originale von Hundertwasser, Liebermann, Miro, Picasso, Dali, Dürer und Spitzweg haben Gäste aus ganz Deutschland angelockt. Jetzt folgt mit Rembrandt ein weiterer großer Meister, der die Kunstfreunde über Langenfeld hinaus elektrisieren dürfte.

Der Niederländer Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669) gilt als einer der bedeutendsten Künstler des Barock. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die Ölgemälde "Die Blendung Simsons", "Die Nachtwache", "Die Anatomie des Dr. Tulp" und "Das Hundertguldenblatt". Doch das Kulturelle Forum zeigt vom 16. August bis zum 11. Oktober 70 Meisterwerke seiner Radierkunst.

"Die Exponate sind Leihgaben aus der Kunstsammlung der Universität Göttingen", sagt Margaretha Waßmer. Die 53-Jährige fungiert neben der Leiterin des Kulturellen Forums, Anne Graw-Lipfert (59), als Kuratorin für die Ausstellungen im Stadtmuseum.

"Die Sammlung der Georg-August-Universität konnten wir bereits für die beiden Dürer-Zyklen 2006 nutzen. Seitdem ist der Kontakt zu Dr. Gerd Unverfehrt, der die Kunstsammlung Göttingen betreut, nie abgerissen", erklärt Waßmer. Beharrlichkeit ist für ein kleines Haus wie das Kulturelle Forum eben unerlässlich. "Erst recht, weil wir erfahren haben, dass es in Göttingen einen reichen Fundus an Rembrandt-Werken gibt", so Waßmer.

Die exklusiv für Langenfeld ausgewählten Radierungen sollen vielfältige Einblicke ins Goldene Zeitalter der Niederlande vermitteln. Die Motive reichen vom Selbstbildnis über Porträts von Gelehrten, Kaufleuten und Predigern über Landschaften bis hin zu biblischen Szenen.

"Eigentlich war Rembrandt nicht besonders religiös. Die biblischen Historien nutzte er, um wie beispielsweise mit der Radierung zum Gleichnis vom verlorenen Sohn, menschliche Schicksale und die Mentalität des 17. Jahrhunderts abzubilden", sagt Waßmer. Das Leben der einfachen Leute - beim Kartenspielen oder Pfannkuchenbacken - bilde bei den Genrestücken den Schwerpunkt.

Der 347 Mitglieder zählende Förderverein Stadtmuseum ist Sponsor der Rembrandt-Schau. "Der unterstützt uns personell wie finanziell", sagt Margaretha Waßmer. Was es kostete, die wertvollen Originale zu holen und zu versichern, verrät sie lieber nicht. "Wir wollen doch niemanden animieren ..."

Der Förderverein bekommt die Rembrandts am Sonntag, 16. August, zuerst zu sehen. Die Eröffnung der Ausstellung ist eine geschlossene Veranstaltung. Zu der wird auch Dr. Carsten-Peter Warncke, Leiter des Kunstgeschichtlichen Seminars Göttingen, erwartet. Am Nachmittag kann sich jeder ein Bild von der wegweisenden Kunst machen.

Ergänzend wird ein Rahmenprogramm geboten, das die niederländische Malerei aus einer anderen Perspektive beleuchtet (siehe Kasten). Den 150 Seiten starken Katalog gibt es für 15Euro im Kulturellen Forum, Hauptstraße 83. Das ist dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.