Langenfeld: Religionen verpflichten sich zum Interreligiösen Dialog

Festakt zum Stadtgeburtstag : Interreligiöser Dialog wird groß geschrieben

Eine interreligiöse Erklärung wurde zum Stadtgeburtstag feierlich unterschrieben.

Christen und andere Religionen sollen in Langenfeld das Miteinander pflegen. Von einem „historischen Ereignis“ sprach Bürgermeister Frank Schneider (CDU) beim Festakt zum Stadtgeburtstag und Tag der deutschen Einheit. Damit meinte er in der Stadthalle die Unterzeichnung einer „Gemeinsamen Erklärung des interreligiösen Dialogs“.

In Langenfeld leben nach Angaben von Stadtsprecher Andreas Voss Menschen aus mehr als 100 Nationen und verschiedenen Glaubens. Seit 2016 entwickelte sich – angeregt vom Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACK) – ein intensiver Gedankenaustausch der Religionsgemeinschaften im Stadtgebiet.

Die Treffen in den Gemeinden unterschiedlicher Religion halfen nach den Worten des Bürgermeisters, „unsere Augen und Ohren für die Besonderheiten des anderen Glaubens weiter zu öffnen“. Und sie mündeten in der Idee, die gemeinsamen Wertvorstellungen in einer Charta zusammenzufassen – und diese in den Gemeinden mit Leben zu füllen.

Neun Vertreter der vor Ort vertretenen Kirchen und Glaubensgemeinschaften sowie der Bürgermeister unterzeichneten in der Stadthalle feierlich diese Erklärung.

Frank Schneider dankte
für das Engagement

Ein Ziel der Charta ist es, Tendenzen und Entwicklungen zu erkennen, um der Spaltung der Gesellschaft gemeinsam, mutig und nachhaltig entgegenzutreten. Schneider dankte allen, die mit viel Herzblut und Arbeit an dem Papier mitgewirkt hatten. Für die schwierige Arbeit am finalen Text erhielt die Erste Beigeordnete Marion Prell von ihm einen großen Blumenstrauß. Für die Arbeitsgemeinschaft formulierte Schneider gleich den nächsten Arbeitsauftrag: nämlich „für die Kinder-Armut mit den zahlreichen Möglichkeiten der Stadtgemeinschaft Lösungen zu finden“. Das Feld dürfe nicht den Meckereren und Schwarzsehern überlassen werden. Im weiteren Verlauf des Stadtgeburtstagsfest würdigte Bürgermeister Schneider traditionell die ehrenamtlich Tätigen, die nach seinen Worten „Langenfeld auf besondere Weise Tag für Tag leben und durch die unsere Stadt ihre Seele erhält“. Seit 2008 werden bei dieser Feier die Erlöse des aus Anlass der Schuldenfreiheit eingerichteten Gesellschaftsfonds ausgeschüttet. Aus dieser Sonderrücklage in Höhe von fünf Millionen Euro wurden diesmal rund 43 000 Euro an 18 Gruppierungen aus der ganzen Breite der lokalen Vereinslandschaft verteilt. Die Beträge reichen von 550 Euro für den Elternverein Mamasano zur Modernisierung der Präsentationstechnik bis zu den Höchstbeträgen von 5000 Euro, mit denen die frühere katholische Bücherei in Wiescheid neu möbliert wird oder der 50. Geburtstag der Prinzengarde gefeiert werden kann.

Die 25 Mitglieder des Tanzcorps „Echte Fründe“ (850 Euro für eine Musikanlage) oder die fünf Musiker von 5000 Miles (2450 Euro für Promotionsvideo) erfreuten die rund 150 Gäste mit einem vielseitigem
Programm.

Mehr von Westdeutsche Zeitung