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Langenfeld Neue Initiative kämpft gegen Verkehr

Langenfeld : Pro Richrath Mitte kämpft gegen Verkehr

Die neue Langenfelder Initiative ist über die fehlende Unterstützung der CDU enttäuscht.

Rolf Florczak (66) hat die Nase voll. Er wohnt am Zehntenweg und beobachtet seit Jahren, wie der Verkehr in seinem Viertel stetig zunimmt. Tempo 30 werde dort nicht eingehalten, schimpft er. Der Verkehr zum Krankenhaus führe dort vorbei und wenn Eltern ihre Kinder mit dem Auto von der Schule abholen oder bringen, geht nichts mehr. Von den Staus rund um den Bahnübergang an der Kaiserstraße will er gar nicht reden. Seit Juni versucht er, bei der CDU Unterstützung zu finden. „Erfolglos“, sagt er. Deshalb hat er jetzt eine Initiative gegründet. „Pro RiMi“ heißt sie und setzt sich für ruhigere Verhältnisse in Richrath-Mitte ein: Lebenswerter soll es werden, Wohnwert und Lebensqualität sollen erhöht werden, schreibt er in einer Präsentation unter der Überschrift „Was wir wollen“.

Das Gebiet, für das er sich einsetzt, ist klar umrissen, Es umfasst Kloster-, Wolfhagener-, Kirsch- und Berghauser Straße sowie Am Wiedenhof und Zehntenweg. Dort sollen Verkehrsaufkommen, Lärm und Geschwindigkeit reduziert werden. Fußgänger, Radfahrer und Rollstuhlfahrer sollen sicherer durch ihr Viertel kommen. Mit einer Hand voll Mitstreitern sammelt er Unterschriften, damit sich in Richrath etwas
ändert.

Die BGL bestärkt die
Initiative in ihrem Vorhaben

Von der CDU enttäuscht ist er froh, bei der Bürgergemeinschaft Langenfeld (BGL) Unterstützung gefunden zu haben. Die hat bereits einen Antrag für den kommenden Bau- und Verkehrsausschuss (13. Februar) formuliert: „Seit Jahrzehnten wächst das Verkehrsaufkommen im Ortsteil Richrath, während entlastende Verkehrsprojekte, wie die Umgehungsstraße K 9 n und die Neuregelung des Bahnübergangs Kaiserstraße nicht erfolgten beziehungsweise mit extremer Verzögerung noch immer auf sich warten lassen“, heißt es dort. Wie berichtet, soll mit dem Bau der lange geforderten Unterführung an der Kaiserstraße 2024 begonnen werden.

„Eine Entlastung durch eine bessere Verkehrslenkung sei nur durch ein stimmiges Gesamtkonzept zu leisten“, beschreibt der Fraktionsvorsitzende Gerold Wenzens den Ansatz der BGL. Dazu solle – wenn die Verwaltung keine Kapazitäten habe – ein externer Dienstleister beauftragt werden (35 000 Euro). Ein Konzept würde auch losgelöst vom Bahnübergang Sinn machen. „Der Schlüssel zur Verkehrsberuhigung ist, dass der Verkehr zwischen Anschlussstelle A 59, Winkelsweg und Schneiderstraße fließt. Nur dann können Maßnahmen auch in Richrath-Mitte greifen“, ergänzt Andreas Menzel, verkehrspolitischer Sprecher der BGL. Bei der CDU bleibt man dennoch gelassen. „Politische Prozesse benötigen ihre Zeit“, sagt Barbara Aßmann (CDU). CDU-Ratsherr Manfred Jung (Mitglied im Bauausschuss) verweist auf Anträge, die seine Fraktion im Ausschuss gestellt hat zu Geschwindigkeitsmessungen an Zehnten- und Götscherweg (9/2019), die Aufforderung an die Verwaltung, regelmäßig über den Bahnübergang zu informieren (11/2018) sowie einen Antrag zum Radschnellweg (9/2019).