Wasserversorgung in Langenfeld und Monheim Stadt muss Wassergenehmigung neu beantragen

Langenfeld/Monheim · Eine ausreichende Wasserversorgung der Bürger ist existentiell. In Langenfeld und Monheim fördert das Vebandswasserwerk das Lebenselixier. Alle sechs Jahre müssen die Wasserrechte neu beantragt werden.

Das Verbandswasserwerk Langenfeld-Monheim liefert 75 Prozent der Wassermenge. Es werden ständig Proben genommen, zeigt Rudolf Gärtner.

Das Verbandswasserwerk Langenfeld-Monheim liefert 75 Prozent der Wassermenge. Es werden ständig Proben genommen, zeigt Rudolf Gärtner.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Die Stadt Langenfeld muss die Wasserrechte für die kommenden Jahre wieder bei der Bezirksregierung beantragen. Die aktuelle Bewilligung ist befristet bis zum 31. Dezember 2026 und soll nun um weitere sechs Jahre verlängert werden. Dafür hat die Stadt das Wasserversorgungskonzept aktualisiert, das im nächsten Planungs-, Umwelt- und Klimaausschuss beschlossen werden soll. Es muss bis zum 30. Juni eingereicht werden. Mit im Blick dabei: der sparsame Umgang mit der lebenswichtigen Ressource. Denn bei der Betrachtung der Situation rund ums Trinkwasser steht nicht mehr, wie zuvor, die Qualität des Wassers, sondern eher die zur Verfügung stehende Menge im Fokus.

Für die Jahre 2027 bis 2033 rechnet die Stadt mit einem jährlichen Wasserverbrauch in der Stadt Langenfeld von 3 600 000 Kubikmeter. Zusammen mit der Stadt Monheim sind es 6 200 000 Kubikmeter, die bereit gestellt werden müssen. Bei der Berechnung geht die Stadt von einer Tagesspitzenmenge in Langenfeld von 16 200 Kubikmetern aus, mit Monheim sind es 27 800 Kubikmeter. Die Stundenspitzenmenge in Langenfeld liegt laut Konzept bei 870 Kubikmetern, für beide Städte beträgt sie 1500 Kubikmetern.

Zuständig für die Wasserversorgung in Langenfeld und Monheim ist das Verbandswasserwerk Langenfeld-Monheim, das 1909 gegründet wurde. Das Wasserwerk betreibt im Knipprather Wald eine Wassergewinnungsanlage und in Monheim eine Wasseraufbereitungsanlage. Weil die eigene Wassergewinnung in Langenfeld/Monheim nicht ausreicht – sie deckt 75 Prozent des Verbrauchs – bezieht das Verbandswasserwerk zusätzlich Wasser aus Solingen (21 Prozent) und vier Prozent aus Leverkusen.

Um auch für Krisenzeiten gewappnet zu sein, plant die Stadt nun zum einen einen größeren Wasserspeicher – und die Erweiterung der Technischen Aufbereitungs-Anlage in Monheim. Darüber hinaus sollen die Köpfe der eigenen Brunnen künftig nach oben gezogen werden, damit bei Starkregenereignissen das Wasser trotzdem gesichert ist. Außerdem soll eine Wasserampel eingesetzt werden, die Verbraucher rechtzeitig zum Sparen ermahnt.

Der wesentliche Anteil der Wassermenge wird aus der Wassergewinnungsanlage Knipprather Wald und der zugehörigen Wasseraufbereitungsanlage TWA-Monheim gefördert. Das Rohwasser aus den Brunnen wird über Sammelleitungen in die Aufbereitungsanlage auf dem Wasserwerksgelände transportiert. Dort sind als weitere technische Anlagen die Entsäuerungs- und eine Aktivkohlefilterstufe sowie Netzpumpenanlagen im Einsatz.

Maßnahmen, um für Trockenjahre gewappnet zu sein

Um für die Folgejahre weiterhin genügend Wasser bereit stellen zu können, arbeitet die Stadt im Rahmen der Klimaanpassungsstrategie bereits an besseren Versickerungsmöglichkeiten und prüft die Entsiegelungen von Flächen, damit der Erde wieder mehr Wasser zugeführt werden kann. Bei der Stadtentwicklung wird die Kommune auf vorhandene Siedlungsflächen zurückgreifen, sodass mit Umnutzung und Innenverdichtung wie auf dem alten Webereigelände Neumann&Büren und dem ehemaligen Ara-Gelände kein signifikant höherer, zusätzlicher Wasserverbrauch entstehen werde, führt die Verwaltung in ihrer Prognose aus. Die Wiedervernässung des Further Moors sowie der Bergischen Heideterrasse werde mittel- bis langfristig mehr Wasser in diesen Gebieten halten. Auch bei der Bevölkerungsentwicklung erwartet die Stadt keine großen Zuwächse. Langenfeld hat derzeit um die 60 000 Einwohner und dabei soll es bleiben.

(og)
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