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Langenfeld/Monheim Run auf Notbetreuung bleibt vorerst aus

Langenfeld/Monheim : Nachfrage nach Plätzen in der Notbetreuung steigt nur leicht

Awo und Verdi befürchten mehr Infektionen in den Einrichtungen.

. Seit Montag hat die Nachfrage für Plätze in der Notbetreuung nicht zugenommen, sagt Carsten Lüdorf, bei der Stadt Langenfeld zuständig für Kitas und Schulen. 27 Kindertagesstätten gibt es in Langenfeld. „Insgesamt werden zurzeit etwa 60 Kinder betreut“, berichtet der Referatsleiter, „Tagespflege eingeschlossen.“ An den Schulen würden Kinder bis zur sechsten Klasse betreut. Das seien insgesamt etwa 30. „Ganz genaue Zahlen gibt es nicht“, so Lüdorf, zumal diese sich täglich ändern können. Auch nachdem die Landesregierung die Notbetreuung für Familien geöffnet hat, in denen nur ein Elternteil in einem sogenannten Schlüsselberuf arbeitet, sei der „Run“ ausgeblieben.

„Die Eltern sind vorsichtig“, vermutet Lüdorf. Vielleicht sei auch der Appell der Landesregierung gehört worden. Darüber hinaus geht er davon aus, dass Eltern vorausschauend für die Betreuung ihrer Kinder gesorgt haben. Sollte die Krise länger andauern, könne sich das ändern. Etwa, wenn der Urlaub aufgebraucht ist oder Arbeitgeber die Präsenz am Arbeitsplatz fordern. „Wenn dann die Not wieder steigt, könnte die Nachfrage größer werden“, glaubt Lüdorf.

Ähnlich sieht das Ulrich Hoeck, Sprecher der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Kreis Mettmann, die in Langenfeld eine ­Kita betreibt. Er fürchtet, dass etwa in der nächsten Woche wieder verstärkt Betreuungsplätze nachgefragt werden. „Deshalb gehen wir schon jetzt an die Öffentlichkeit, um die Eltern auf die damit verbundene Infektionsgefahr aufmerksam zu machen. Wenn Kinder von außen in eine Gruppe kommen, steigt das Risiko“, sagt er.

Auch die Gewerkschaft Verdi hat sich zu Wort gemeldet und kritisiert „massenhafte Sozialkontakte ohne ausreichenden Schutz“ in Kitas und im Offenen Ganztag. „Aus einzelnen Einrichtungen wird uns berichtet, dass nach der Ausweitung des Erlasses in den Kitas der Andrang so groß ist, dass es fast dem Normalbetrieb gleicht. Die Bildung kleiner Gruppen und die Vermeidung des Einsatzes von gesundheitlich gefährdeten Beschäftigten wird damit unmöglich gemacht“, mahnt die Verdi-Fachbereichsleiterin Sabine Uhlenkott.

Geschlossene Kitas öffnen
im Bedarfsfall sofort wieder

Das Bild, vor dem die Gewerkschaft warnt, zeigt sich aktuell in Monheim allerdings nicht. Dort wurden zum Beispiel am Dienstag in den Kitas 28 Kinder betreut, vier waren es in der Kindertagespflege, teilt Bereichsleiterin Simone Feldmann mit. Die Betreuung findet in der Einrichtung statt, die die Kinder auch schon vorher besucht haben. Kitas, deren Elternschaft keinen Bedarf gemeldet hat, sind geschlossen, öffnen das Angebot im Bedarfsfall aber sofort wieder. „Die Eltern gehen sehr verantwortungsbewusst mit der Betreuung um und nutzen diese nur, wenn sie keine andere Betreuungsmöglichkeit sehen“, hat Feldmann beobachtet. Zum Teil würden Kinder nur an einzelnen Tagen oder stundenweise gebracht. Nach der Öffnung des Betreungsangebots seien die Zahlen bisher aber noch nicht angestiegen. „Alle Einrichtungen halten sich in Bereitschaft, um kurzfristig entstehendem Bedarf gerecht werden zu können.“ Das gilt auch für Grundschulen. „Zwischen zwei und sieben Kinder werden aktuell an den jeweiligen Standorten betreut. An der Gesamtschule am Berliner Ring sind zwei Kinder in der Notbetreuung. Der Anstieg in dieser Woche ist marginal“, so Peter Heimann, Bereichsleiter Schulen.