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Langenfeld Monheim Mathe eiskalt: 1 + 1 = Schoko mit Vanille

Lecker Schule : Schüler sammeln Berufspraxis bei Langenfelder Eishersteller

Die Jugendlichen besuchten das Süßwaren-Unternehmen Dreidoppel und wendeten ihre Mathematik-Kenntnisse an.

Im Mathe-Unterricht nicht nur rechnen, sondern auch selbst gemachtes Eis schlecken – das stand kürzlich für eine neunte Klasse des Monheimer Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) und für Schüler des Förderzentrums Süd im Langzeitpraktikum an jeweils einem Vormittag auf dem Stundenplan, bei einer Mint-Aktion in echter Eiscafé-Umgebung im Gelatop-Forum des Aromen-Herstellers Dreidoppel GmbH in Langenfeld. „Mint“ steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Dreidoppel, mit mehr als 115 Jahren Unternehmenstradition, ist nicht nur Partner von Bäckern und Konditoren, von Süßwaren- und Eisherstellern sowie der Lebensmittelindustrie im In- und Ausland, sondern auch vom zdi-Netzwerk Kreis Mettmann (siehe Info). Bei Dreidoppel erfuhren die Jugendlichen, wozu das theoretische Wissen aus der Schule in der Praxis benötigt wird. Zudem lernten sie das Unternehmen sowie den Ausbildungsberuf Fachkraft für Lebensmitteltechnik (Falet) kennen.

Kurzpräsentation bildete den Auftakt für einen spannenden Tag

Der Tag startete mit einer Kurzpräsentation über das Unternehmen und die Ausbildungsmöglichkeiten durch Christina Hein, Assistentin der Geschäftsführung. Falet-Azubine Sandra Menzel und der angehende Industriekaufmann Andrej Kuyanow berichteten über ihre Ausbildung und gaben Tipps für die richtige Bewerbung. Dann übernahmen die Anwendungstechniker Cedric Engel, Diego Martini und Florian Kuhs mit einem interaktiven Vortrag zum Eis und zur Eisherstellung. So erfuhren die Schüler beispielsweise, dass das Speiseeis-Rezept aus China stammt oder die erste deutsche Eisdiele 1799 in Hamburg eröffnet wurde. Für Erstaunen sorgte die Information, dass eine Eismaschine etwa 38 000 Euro kostet.

Nach einer Hygienebelehrung begann die Eisherstellung: In Kleingruppen wurden die Zutaten abgewogen, vermischt und in die Eismaschine gefüllt. Bei der Eis-Bilanzierung waren Mathematikkenntnisse gefragt. Nur mit dem richtigen, von den Schülern zu berechnenden Verhältnis von Wasser, Zucker, Fett und Trockenmasse kann Eis mit perfekter Konsistenz hergestellt werden. Nach rund drei Stunden erfolgreichem Rechnen, Wiegen, Mischen und Verrühren konnten die Schüler ihr Eis probieren. Es zerging auf der Zunge.

„Es hat Spaß gemacht“, meinte Kim (15) stellvertretend für viele Schulkameraden. Luuk (14) kann sich sogar vorstellen, später in dem Bereich zu arbeiten. Förderzentrumslehrer Norbert Hufschmidt lobte, die Schüler seien gut angeleitet worden und dadurch hochmotiviert. „Durch die Mint-Aktion wurde ein Bezug zwischen Alltag und Mathematik hergestellt. Die Jugendlichen haben erfahren, welche Berufsmöglichkeiten es bei einem Unternehmen aus der Region gibt“, zog auch OHG-Lehrerin Mareike Baumann ein positives Fazit.