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Langenfeld/Monheim: Klagen über uneinsichtige Spaziergänger

Corona-Krise : Klagen über uneinsichtige Spaziergänger

Manch einem sind einzelne Leute nicht vernünftig genug, doch insgesamt bescheinigen die Ordnungsämter den Langenfeldern und Monheimern Disziplin.

„Zu Hause bleiben – gesund bleiben!“ Diese kurze und einprägsame Nachricht gilt in der Corona-Krise für alle Menschen. Das öffentliche Leben ist weitgehend stillgelegt, gerade jüngere Menschen können nicht ihren gewohnten Freizeitaktivitäten nachgehen, verzichten auf viele Sozialkontakte. Deshalb stößt es bei dem ein oder anderen auf Unverständnis, dass sich gerade Angehörige der Risikogruppen, also ältere Menschen, am Wochenende in Scharen auf zum Monheimer Rhein machten.

„Es sind die alten Menschen, die das Ordnungsamt schützen will, und gerade diese sind maximal renitent“, beklagt eine Monheimerin mit guten Verbindungen ins Monheimer Rathaus. Und nennt Beispielfälle, die der städtische Ordnungsdienst bei seinen Patrouillen am Sonntag erlebt habe. So sei ein älterer Herr auf einen der städtischen Mitarbeiter zugelaufen, als dieser mit seinem Kollegen Sitzbänke absperrte. Der Mann sei nach eigenem Bekunden extra aus Solingen nach Monheim gekommen, um am Rhein spazieren zu gehen. Ein anderer habe seine gehbehinderte Ehefrau, die vor kurzem einen Schlaganfall erlitten hatte, im Rollstuhl geschoben. „Das macht einen fassungslos“, sagt die Monheimerin. Sie findet, dass viele Menschen offenbar noch nicht genügend sensibilisiert seien.

Doch auf Anfrage bestätigen Verantwortliche in beiden Rathäusern diesen Eindruck nicht. Anke Bitsch, Leiterin der Monheimer Ordnungsabteilung, gibt den Bürgern in puncto Disziplin und Regeltreue gute Noten. „Es ist zwar viel Betrieb, aber die Leute sind nur in Zweiergruppen unterwegs“, sagt sie. „Wir sind sehr zufrieden, dass die Monheimer die Regeln so beflissen einhalten.“

Ähnlich äußert sich für Langenfeld der städtische Ordnungsamtsleiter Christian Benzrath. Wie in seinem Zwischenfazit zum Versammlungsverbot vom Freitag mit bislang 19 verhängten Bußgeldern und zehn Ermahnungen habe der städtische Ordnungsdienst auch am Wochenende nur in ganz wenigen Fällen dazwischengehen müssen.

Die Polizei hatte nach Angaben ihres Sprechers Daniel Uebber wegen möglicher Corona-Verstöße am Wochenende in Langenfeld und Monheim zusammen 15 Einsätze (siehe Infobox). „Nur in den wenigsten Fällen davon musste eine Ordnungswidrigkeit geahndet werden.“

Offensichtlich wächst in der Corona-Krise mit den Bildern und Zahlen aus Italien und Spanien, aber auch Würzburg und Wolfsburg die Erkenntnis, dass die Einhaltung der Abstandsregeln lebenswichtig ist. Man habe in Monheim sogar schon die Patrouilleteams verkleinert, berichtet Anke Bitsch. Sicherlich müsse man die Leute gelegentlich darauf hinweisen, dass sie auf gut besetzten Parkbänken auf den nötigen Abstand zum nächsten Paar achten. Am inzwischen geschlossenen Aalschokker habe man auch das umlaufende Plateau sperren müssen, weil dort zu viele Leute dicht gedrängt saßen. Insgesamt aber laufe es gut.

Das bestätigt für Langenfeld Christian Benzrath. „Zwar gibt es noch Beschwerden über Grillpartys in Gärten, denen wir nachgehen. Aber im Großen und Ganzen verhalten sich die Langenfelder doch sehr vernünftig“, merkt Benzrath an. „Die Langenfelder bleiben weitestgehend daheim. Und wenn sie doch mal raus gehen an die frische Luft, was sie ja dürfen, dann tun sie das allein oder mit Menschen, mit denen sie zusammenwohnen.“ Auch beim Langenfelder Wochenmarkt verhielten sich die Menschen diszipliniert, so Benzrath. Und bei allen verschärften Bestimmungen sei am Ende gerade dieses Verhalten des Einzelnen entscheidend. „Es ist ja in der Corona-Krise nicht alles verboten. Aber vieles, was erlaubt ist, darf auch nicht unvernünftig getan
werden!“