Langenfeld: LVR-Klinik eröffnet Neubau verspätet

Stationsgebäude der Psychiatrie : LVR-Neubau ist nach drei Jahren fertig

Das Stationsgebäude der Allgemeinen Psychiatrie und Suchtkrankheiten der LVR-Klinik in Langenfeld ist für den 31. Oktober geplant. Eigentlich sollte das Gebäude schon Anfang 2018 fertiggestellt werden.

Gut Ding will Weile haben, aber bei diesem Neubau auf dem Gelände der LVR-Klinik ist der Zeitplan vollkommen aus den Fugen geraten: Drei Jahre sind seit dem Richtfest vergangen, bei dem Dezernent Detlef Althoff vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) im Rohbau die Eröffnung für Anfang 2018 ankündigte. Doch dieses Stationsgebäude der Abteilungen Allgemeine Psychiatrie und Suchtkrankheiten mit 144 Betten ist immer noch nicht in Betrieb. Nach Angaben von Kliniksprecherin Martina Schramm hat das Warten aber bald ein Ende: „Die offizielle Eröffnung mit geladenen Gästen und einem Tag der offenen Tür ist am 31. Oktober.“

LVR-Klinikchef Holger Höhmann ist froh, dass nun im hinteren Teil des großen Parkgeländes an der Kölner Straße Land in Sicht ist. „Wir sind noch bei der Abnahme des Gebäudes und es sind noch einige technische Nachbesserungen nötig“, sagte Höhmann. „Das sind keine gravierenden Mängel, aber es ist noch nicht ganz klar, ob alles zur Eröffnung fertig ist.“ Dass sich die Abläufe dermaßen verzögerten und der Termin für die Fertigstellung immer weiter nach hinten verschoben wurde, begründet Höhmann mit der bundesweit boomenden Bautätigkeit. Da sei es schwierig gewesen, geeignete Firmen zu bekommen. Dies gelte gerade für öffentlich-rechtliche Auftraggeber wie den Landschaftsverband. „Wir müssen die zu vergebenden Arbeiten ja europaweit ausschreiben. Und die Passivbauweise stellt über normale Standards hinaus teils besondere Anforderungen.“ In Anbetracht der Nachfrage nach Handwerkern und Bauarbeitern sei der LVR immer wieder ins Hintertreffen geraten, „vom Auftraggeber zum Bittsteller geworden“. Dem Vernehmen nach lief bei der Abstimmung und Ausführung auch nicht alles rund.

Immerhin seien die Kosten dank des funktionierenden Baucontrollings des LVR nicht ausgeufert, betonte Höhmann. Mit ursprünglich veranschlagten 30,5 Millionen Euro zählt Haus 60 zu den teuersten Gebäuden in Langenfeld. Der Klinikchef rechnet mit einer Erhöhung dieses Betrags im einstelligen Prozentbereich.

Laut Höhmann müssen auch im Inneren des Neubaus alle Arbeiten erledigt sein, bevor die Klinik die 144 Betten mit Patienten belegen könne. „Andernfalls würden die Abläufe allzu sehr gestört.“ In der Allgemeinen Psychiatrie werden Menschen behandelt, die etwa manisch-depressiv sind, an Angstzuständen leiden oder in einer behandlungsbedürftigen Lebenskrise stecken. Ruhe sei ebenso wichtig für die im neuen Haus 60 dann ebenfalls untergebrachten Patienten der Abteilung Suchtkrankheiten. Die beiden Flügel des quaderförmigen Gebäudes umschließen ein Atrium sowie einen Innenhof. Die zentrale Aufnahme lässt sich von Krankentransportwagen gut anfahren. Im Vergleich zur bisherigen Unterbringung der Allgemeinen Psychiatrie in Haus 59 werde für Patienten der Standard deutlich verbessert, so Höhmann, „durch Zweibettzimmer mit eigener Nasszelle“. Nach Inbetriebnahme des Neubaus wird direkt daneben das aus den 1960er-Jahren stammende Bettenhaus (Haus 59) abgerissen und das frei werdende Gelände dem öffentlich zugänglichen Klinikpark zugeschlagen.

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