Langenfeld kann noch fahrradfreundlicher werden

Langenfeld : Langenfeld ist eine fahrradfreundliche Stadt

Langenfeld ist seit Ende August Mitglied der „Arbeitsgemeinschafts fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte“. Carl-Peter Trappenberg, Vorsitzender des ADFC, erzählt, wo die Stadt punkten konnte.

Carl-Peter Trappenberg ist Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Er erledigt fast alle Wege in der Stadt mit seinem Drahtesel. „Das ist hier sehr gut machbar.“ Und so freut sich der Langenfelder, dass seine Stadt jetzt seit Ende August Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte“ ist. Auch wenn es an einigen Ecken noch hapere, sei man auf einem guten Weg, findet der Experte. „Wir werden mit unseren Vorschlägen in der Stadtverwaltung gehört“ – manchmal dauere die Umsetzung dann aber leider doch länger als gehofft. Anliegen der Zweiradfahrer seien immer wieder Thema im Verkehrsausschuss und fänden bei Klimaschutzmanager Jens Hecker meistens ein offenes Ohr, lobt Trappenberg.

Fahrradständer und -boxen

Davon gibt es laut Trappenberg viel zu wenige in der Innenstadt. Ideal seien Bügelständer, wie sie beispielsweise vor der Stadtsparkasse installiert seien. „Sie sind optimal zum Anschließen der Räder.“ Rund um den Marktplatz fehlten aber Möglichkeiten zum sicheren Abstellen. Gerade an Markttagen und bei Stadtfesten reichten die vorhandenen Ständer an der Bibliothek und vor dem Optiker Fielmann nicht aus. „Wir bräuchten die doppelte Anzahl.“ Engpässe gebe es ebenfalls bei den Fahrradboxen an der S-Bahn. „Die sind dauerhaft vermietet. Neue Interessenten hätten kaum eine Chance, zum Zuge zu kommen. Er kann sich vorstellen, auf einen kleinen Teil der Flächen, die jetzt für die „Park & Ride“-Plätze genutzt würden, weitere Radboxen zu stellen.

Verkehrsführung

Im August hat sich Paul Göbel an den Bürgermeister gewandt. Zwar freut der Langenfelder sich, dass auf der neu gestalteten Solinger Straße viel für Radfahrer getan worden ist, doch an der Kreuzung Solinger Straße/ Richrather Straße/ Theodor-Heuss-Straße höre der markierte Radweg auf der Fahrbahn auf. Auf der anderen Seite der Kreuzung würden die Radler dann auf den kombinierten Geh-/Radweg vor dem Altenheim geführt. Kurz dahinter sei eine Bushaltestelle. Dort sei der „Bürgersteig sehr eng und von wartenden Fahrgästen bevölkert“. Auch Carl-Peter Trappenberg hält diese Lösung nicht für optimal. Er hätte sich vor der Ampel eine separat ausgewiesene Fläche gewünscht, auf der die Radfahrer vor den Autos auf „Grün“ warten und beim Signalwechsel schon mal vorfahren könnten.

Auch er empfindet den Bürgersteig vor dem Seniorenheim als zu eng für Radler und Fußgänger. „Die Fahrradfahrer gehören dort eigentlich auf die Straße, Das ist sicherer.“ Dort gelte ja inzwischen auch Tempo 50 statt zuvor Tempo 60.

Radwege

Entlang der Schneiderstraße werde ein kombinierter Geh- und Radweg geführt. Aus Sicht von Trappenberg eine nicht ungefährliche Angelegenheit, weil dort sehr viel Schwerlastverkehr unterwegs sei. „Die Situation ist wegen der zahlreichen Firmeneinfahrten für Radfahrer unübersichtlich.“ Gert Graf kritisiert den bereits vor einigen Jahren angebrachten Spiegel an der Unterführung der Fahrradstraße entlang der Hildener Straße. Man könne dort so gut wie gar nichts erkennen.

Trappenberg merkt zudem an, auf der Fahrradstraße seien viele Schüler unterwegs. Beide Richtungen seien mit einer durchgezogenen Linie abgetrennt. „Wer vorsichtig fährt, sollte nicht in Bedrängnis kommen.“ Viel mehr sei aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht zu machen. Sehr gut sei hingegen die Fahrradstraße von der Langenfelder Innenstadt vorbei an der Dückeburg nach Reusrath. „Die nutzen viele Pendler, die nach Opladen wollen.“ Überörtliche Wege beispielsweise an der ehemaligen B 8 nach Düsseldorf würden vom Landesbetrieb selten frei geschnitten, und dadurch komme es bei Gegenverkehr immer wieder zu Engpässen.

Miteinander

Hartmut Komorek kritisiert, es habe sich eingebürgert, dass Radfahrer den Freizeitpark Langfort regelmäßig als Durchfahrt nutzten und alle Verbotsschilder ignorierten. Sein Enkel sei „beinahe von einem Fahrrad überrollt“ worden. Das sei ein unhaltbarer Zustand. Und Horst Hönow klagt, der Fußweg von der Talstraße (Kreisverkehr) zur Volkshochschule und Stadthalle würde häufig von Radlern genutzt, obwohl das nicht erlaubt sei. Trappenberg rät auch hier zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme. „Das sind die üblichen Probleme.“

Radfahrer sollten dort, wo sie Wege gemeinsam mit Fußgängern nutzten, generell langsam fahren und frühzeitig klingeln. Auch an Markttagen heizten einige Zweiradfahrer verbotswidrig durch die Fußgängerzone. Gerade ältere Menschen erschreckten sich dann und fühlten sich zunehmend unsicher deswegen.

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