Griechenland in Langenfeld erleben Kalimera, Tsatsiki, Gyros und Sokrates

Langenfeld · Langenfeld bietet im Griechenland-Jahr eine abwechslungsreiche Reise für Jung und Alt an – zur Kultur der Griechen, ihren Naturschätzen und dem Meer sowie zu den kulinarischen Angeboten.

 VHS-Chef Christian Fliegert (l) und Abdul Caglak vom Citymanagement haben das Programm gemacht.

VHS-Chef Christian Fliegert (l) und Abdul Caglak vom Citymanagement haben das Programm gemacht.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Ein kleiner Trost, wenn wir vielleicht in diesem Sommer immer noch nicht hinkommen, weil Corona uns einen Strich durch die Rechnung macht: Wir können auch zu Hause in Langenfeld bleiben und dennoch ein ganzes Jahr durch Griechenland reisen, Bräuche, Essen, Tier- und Pflanzenwelt, Geschichte und Menschen kennenlernen. Denn Langenfeld hat für 2022 das Griechenland-Jahr ausgerufen. Mit „Jiassou Ellada/Hallo Griechenland“ geht es auf die Reise. Denn das antike Land mit seinen vielen schönen Inseln hat mehr zu bieten als Ouzo, Tsatsiki und tiefblaues Wasser unter meist wolkenlosem Himmel.

VHS zeigt Topographie
und Antike Griechenlands

Los geht es Ende Januar bei der VHS mit der Topographie Griechenlands gefolgt von der Chronologie der griechischen Antike, den griechischen Tempeln sowie einem Ausflug in die Bilderwelten griechischer Vasen. Das Angebot der VHS Langenfeld gipfelt in einem Ausflug zur Antikensammlung in Bonn.

Eine Einleitung ins griechische Alphabet gibt es im Februar. Übrigens auch das bei uns allen sehr unbeliebte Wort „Pandemie“ stammt aus der griechischen Sprache. In der griechischen Götterwelt geht es ähnlich wie in vielen Fernseh-Serien zu. Eifersucht, Neid und Intrige waren quasi an der Tagesordnung. Das erleben Freunde von Familientragödien im Februar während eines Ausflugs ins Wallraf-Richartz-Museum in Köln.

Für alle Griechenlandreisenden fast ein Muss: ein kleiner Sprachkursus. Wann ist der Zeitpunkt für „Kalimera“ und wann für „Kalispera“? Wie nennt man seine Schwiegermutter? Einen Einblick in Alltagssprache erlebt man im Februar an zwei Terminen mit einem echten Griechen bei der VHS. Lehrmaterial wird im Unterricht zur Verfügung gestellt.

Wer kennt ihn nicht, den geharzten Retsina, an dem man sich in jungen Jahren berauschte? Heute schmeckt er eindeutig besser. Das kann man nachvollziehen im Seminar „Griechischer Wein gestern und heute“ an zwei Abenden im März. Veranstalter ist ebenfalls die VHS.

Aus insgesamt acht Griechenlandreisen speist sich der Bericht, den Franz Spunda in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammengetragen hat. Immer mit bescheidenen Mitteln und meist zu Fuß unterwegs, den Pilaw mit den Einheimischen teilend, berichtet er von einem Land, das weit entfernt ist von der „stillen Einfalt und Größe“, wie es sich Winckelmann und Goethe dachten. An Geschichten und Bildern kann man im März mit dem Referenten Alexander Nölp teilhaben.

Warum lebte Diogenes in der Tonne? Wieso feiern die Griechen keinen Advent? Was hat es mit dem Trojanischen Pferd auf sich? Weshalb laufen wir heute noch Marathon und was entdeckte Archimedes beim Baden? Beim Escape Game quer durch die Stadtbibliothek können Kinder die Rätsel lösen und den Code knacken, bevor eine Überraschung auf sie wartet. Zeitpunkt: 1. April.

Ob auf große Fahrt mit dem Abenteurer Odysseus oder beim Blick in den Sternenhimmel und die Wissenschaft der Astronomie – so viel hat Griechenland an Geschichte zu bieten, dass Stadtbibliothek und Stadtmuseum jede Menge Angebote für Wissenshungrige machen. Bei einem Seminar zum Thema Aktzeichnen, und zwar nach den perfekten von Lysippos geschaffenen Vorbildern, kann man sich im Mai versuchen, bevor es für die Kleinsten ab fünf Jahre darum geht, Kraken, Fische, Krebse oder auch Seepferdchen und Meerjungfrauen auf die Leinwand zu bringen. Griechisch gekocht wird natürlich auch, und zwar im Juni.

Eigene Boote aus Holz, Styropor, Kunststoffflaschen und anderen Recyclingmaterialien können Kinder genauso unter Anleitung fabrizieren wie plastische Bilder, die Unterwasserwelten mit Seesternen, Fischen und Pflanzen zeigen. Aus Stoff und Wolle mit Augen aus Knöpfen lässt sich so der geheimnisvolle Meeresboden zumindest auszugsweise darstellen. Wer den heimischen Eingangsbereich mit mediterranen Seetieren schmücken möchte, ist in den Bastelkursen der Jugendkunstschule gut aufgehoben. Die bietet viele Ideen: Zum Beispiel aus einem Brett und Sperrholz gestalten und werken und mit der Laubsäge ein Meerestier schaffen. Ob Seepferdchen, Hummer, Oktopus oder Krebs, das ist egal. Am internationalen Museumstag, 15. August, können Jung und Alt im Stadtmuseum in die Sterne blicken.

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