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Langenfeld Gemeindereferentin Wortberg wechselt ins Ehrenamt

Langenfeld : Barbara Wortberg verabschiedet sich in den Ruhestand – ein bisschen

Barbara Wortberg geht nach fast 20 Jahren in Diensten der Langenfelder Pfarre St. Josef und Martin in den „Ruhestand“.

Nach fast 20 Jahren verantwortlicher Mitarbeit im Pastoralteam der Pfarrgemeinde St. Josef und Martin befindet sich Barbara Wortberg (65) seit April dieses Jahres eigentlich im Ruhestand. Doch für die aus Bochum ins Rheinland gewechselte ehemalige Jurastudentin mit Abschluss in Religionspädagogik gilt offensichtlich das kölsche Lied „Niemals geht man so ganz“. Denn die fünffache Mutter bleibt der Gemeinde als Ehrenamtlerin erhalten. Zum einen, weil infolge der Corona-Pandemie die Erstkommunionvorbereitung erst mit den kirchlichen Feiern im August enden wird, zum anderen als Beerdigungsbeauftragte. Auch in dem im Herbst im Gemeindezentrum Ankerplatz startenden Trauer-Café wird sie ihre Erfahrung und Fachkenntnisse einbringen.

Corona führte zwar zur Absage ihrer für Juni geplanten Verabschiedung mit Gottesdienst und Gesprächen, doch zugleich bescherte ihr die Pandemie in den letzten Amtsmonaten völlig neue Erfahrungen als Youtube-Aktivistin. Zunächst für die Kommunionkinder, später für die Gemeinde, erstellt sie regelmäßig Beiträge zu aktuellen Themen oder Glaubensfragen.

In der Fülle der Aufgaben einer Gemeindereferentin war mit Blick auf die Diskussion über Frauen in der Kirche für Barbara Wortberg die 2015 erteilte Beerdigungsbeauftragung durch Kardinal Woelki ein Meilenstein. Damit wurde ihr eine bisher überwiegend Diakonen und Priestern vorbehaltene Aufgabe übertragen. Diese wurde seitdem in regelmäßigen Abständen vom Erzbistum verlängert. In einer weiteren Zusatzausbildung wurde Barbara Wortberg als geistliche Begleiterin unter anderem für die kfd-Gruppen und für die Exerzitien-Betreuung geschult.

Wortberg schätzt die gute Zusammenarbeit im Pastoralteam

Auf die aktuelle Diskussion in der katholischen Kirche zu Reformprozessen vom „Synodalen Weg“ bis zu den Aktionen von „Maria 2.0“ angesprochen, sagt die 65-Jährige: „Die sogenannte Kluft zwischen Laien und Priestern war in unserem Pastoralteam nicht zu spüren.“ Im achtköpfigen Seelsorger-Team sei Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelungen und gegenseitige Wertschätzung zu spüren gewesen.

Wichtig ist ihr, dass in der Synode miteinander gesprochen wird, dass unterschiedliche Auffassungen ausgetauscht werden. Zur Aktion Maria 2.0 haben auch die Langenfelder Frauen 500 Unterschriften für die Forderung gesammelt, Frauen den Zugang zu kirchlichen Ämtern zu ermöglichen. Wortberg weiß, dass die „Zeit noch nicht reif“ sei, dass Frauen zu Priestern geweiht werden, sie selbst wäre aber gerne Diakonin geworden.

Ihr Abschied fällt ihr leichter, weil sie eine familiäre Staffelübergabe erlebt. Ihre Tochter Lea Duch wird ab September Gemeindereferentin im Sendungsraum Hilden/Haan. Wortberg selbst hat jetzt mehr Zeit zu reisen, Neues zu entdecken und kümmert sich im Erzbistum Köln bis 2024 als Beauftragte um die in den Ruhestand gehenden Pastoral- und Gemeindereferenten und die Langzeiterkrankten.