Langenfeld: Erst Schreibtisch, dann Narrenthron

Langenfeld: Erst Schreibtisch, dann Narrenthron

Brauchtum: Das künftige Prinzenpaar gehört keinem Karnevalsverein an.

Langenfeld. "Es war gar nicht einfach, ein neues Prinzenpaar zu finden", gestand Helmut Schoos, der Präsident des Festkomitees Langenfelder Karneval, im großen Kreis karnevalistischer Prominenz, als er die Tollitäten der Session 2010/11 vorstellte. Sie werden in der Proklamation am 12. November in der Stadthalle dem närrischen Volk präsentiert. Es sind Hans-Werner Jansen als Prinz Hans-Werner I. und seine Ehefrau Petra I.

Die Familie ist zwar in Richrath zu Hause, gehört jedoch keinem Karnevalsverein an. Dennoch sind beide von jungen Jahren an dem Brauchtum verbunden und jahrelang aktiv gewesen. Der Prinz war in der Session 1970/71 als Trommler beim 1. Langenfelder Showfanfarencorps im Einsatz. Im vergangenen Jahr spielte er die Rolle des Adjutanten - und seine Frau die Hofdame - beim Hildener Prinzenpaar.

Petra I. schwang die hübschen Beine beim ehemaligen Tanzcorps der Prinzengarde Langenfeld. Und schließlich war Tochter Jennifer, diesmal in der Rolle als Hofdame des elterlichen Prinzenpaares, in der Session 1994/95 Kinderprinzessin in Langenfeld.

Ergänzt wird der närrische Hofstaat durch eine zweite Hofdame namens Svenja Henkel und die beiden Adjudanten, Ehegatte Dirk Henkel und Thomas Scharnweber, der bereits in der vorigen Session die gleiche närrische Rolle beim Hildener Prinzenpaar spielte.

Der Prinz ist als gelernter Einzelhandelskaufmann seit Jahren Anzeigenleiter eines im Südkreis verbreiteten Wochenblattes, Prinzessin Petra lernte ebenfalls Einzelhandelskauffrau und führt jetzt ein "dreiköpfiges Familienunternehmen", wie sie selbst sagt. Hofdame Jennifer ist Angestellte bei der Agentur für Arbeit in Düsseldorf, ihr Pendant Svenja stammt aus Halle/Saale, ist gelernte Fernmeldeassistentin und Mutter einer Tochter. Dirk Henkel ist als Servicetechniker beschäftigt, Scharnweber als technischer Angestellter der Stadt Düsseldorf. Hans-Werner I. nannte närrische Zahlen als einen der Gründe dafür, mit seiner Frau eine Session das Narrenvolk anzuführen. "Ich werde in ein paar Tagen 55 Jahre alt, wir sind 33 Jahre verheiratet, die Mitte zwischen beiden Zahlen ist 44 - also müssen wir das machen. Und wir freuen uns, die Stadt im Karneval repräsentieren zu dürfen."