Langenfeld: Die Stadt zeigt sich von ihrer blumigen Seite

Langenfeld: Die Stadt zeigt sich von ihrer blumigen Seite

Die Resonanz der Passanten ist eher spärlich. „Die Aktion ist gut gemeint, aber ihr Nutzen fraglich.“

Langenfeld. "Tolle Matsche", ruft die dreijährige Lucy begeistert aus, als sie Pflänzchen in den Kasten setzen und diesen mit Erde auffüllen soll. Ein zwei Meter hohes Metallgestell in L-Form wird mit Blumenkästen bestückt.

Das Langenfelder Logo soll während des Blumenmarkts am Samstag und auch noch Wochen darüber hinaus die Aussicht auf den Bauzaun verschönern. Die Passanten bekommen die Pflanzen kostenlos und sollen sie in die Metallkonstruktion einfügen. Als Ergebnis soll sich eine blühende Skulptur, mitgestaltet von Langefelder Bürgerinnen und Bürgern, präsentieren.

"Wir sind hier vorbeigelaufen, und meine Tochter matscht gerne", sagt Lucys Mutter Danielle Bergmeister (29). Eine Stunde nach Eröffnung der Aktion kommen die Zuschauer eher spärlich. Was vom City-Management als Hilfe für den Einzelhandel gedacht ist, scheint eher ein Flop.

"Es sind keine Leute da. Sehen Sie selbst", sagt Dina Agic (49), Inhaberin des Modehauses Dina am Marktplatz, während sie auf die gähnende Leere sowohl in ihrem Geschäft als auch vor ihrem Schaufenster direkt gegenüber des "Blühenden L" zeigt. "Die Aktion ist gut gemeint, aber der Nutzen ist fraglich."

Auch die Inhaberin der Modeboutique Mosaique Thekla Lindenthal (52) gibt sich eher skeptisch. Zwar sei die Führung des Besucherstroms entlang des Bauzauns an den Geschäften hinter der Baustelle eher günstig, aber ob die Aktionen des City-Managements erfolgreich seien, sei schwer zu sagen. Hinzu komme die ohnehin allgemein schlechte Wirtschaftslage. Juwelier Heinz Rehm (59) hingegen kann keinerlei Einbußen der Kundschaft beklagen. "Man muss was unternehmen", sagt Agic. "Die Baustelle verdeckt mein Geschäft, und die Laufkundschaft bleibt weg."

"Die Blumen sind von einem Leichlinger Veranstalter gesponsert", sagt Abdul Caglak (24) vom City-Management. Warum damit eine auswärtige Agentur beauftragt wurde anstatt Vertreter des Langenfelder Einzelhandels, wisse er aber nicht.

Eine Tombola, vom Blumengeschäft Risse durchgeführt, sowie ein Riesentrampolin mit Sicherheitsgurten für Kinder sind weitere Attraktionen des Blumenmarktes. Neben Grün- und Blütenpflanzen ist auch Gartenkunst aus Keramik und Kupfer zu kaufen. "Von einem blühenden L habe ich noch nie gehört. Aber das Trampolin ist klasse für die Kinder", meint Sabrina Millstett (32), die mit den beiden Töchtern darauf wartet, dass ein Platz am Trampolin frei wird.

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