Langenfeld: Die Qual der Berufswahl

Langenfeld: Die Qual der Berufswahl

Bei der Jobbörse informieren sich Jugendliche über ihre Möglichkeiten. Die Öffnungszeiten stehen in der Kritik.

Langenfeld. "Und welche Perspektiven habe ich in diesem Beruf?" Diese undandere Fragen haben die Besucher der Job- und Ausbildungsbörse am Dienstag gestellt. So auch Carsten Leibrich. Er hat schon oft versucht eine Ausbildung zu bekommen. Früher wollte er zur Polizei, "aber denen reicht mein Hauptschulabschluss nicht", sagt der 21-Jährige.

Fündig geworden ist er bei der Deutschen Bahn. Dort möchte er sich als Fachkraft für Schutz und Sicherheit bewerben. "Ich muss jetzt unbedingt etwas finden. Ohne Ausbildung ist man heutzutage aufgeschmissen", erklärt er.

Seine Freundin Ariane Feine macht grade den Realschulabschluss und will danach zum Berufskolleg Opladen. "Ich weiß noch nicht sicher, was ich machen möchte. Es gibt so viele Angebote und es verunsichert mich, wenn ich von den hohen Arbeitslosenzahlen höre." Nur Kindergärtnerin möchte die 17-Jährige nicht werden, ist sie sich sicher.

Für die meisten ist besonders das Knüpfen von Kontakten auf der Börse wichtig. Das konnten die Besucher zum Beispiel bei der Bäckerei Jung tun, die natürlich auch ein paar Torten aufstellte. Dort werden in diesem Jahr fünf Auszubildende für Konditor, Bäcker und Bäckereifachverkäufer gesucht.

Besonders interessant war für Biologieinteressierte der Stand der Bayer CropScience. Dort konnten sich die Besucher Pflanzenkrankheiten und Schädlinge ansehen. Für ganz unentschlossene bietet das Unternehmen "Talente entwickeln" Tagesworkshops zur Talentfindung an. Diese Bildungscamps sollen im Oktober in Kooperation mit Schulen angeboten werden. Doch auf der Messe ging es nicht nur um die Suche nach dem Ausbildungsplatz.

Tim Kassel stand bei den Stellenanzeigen der Agentur für Arbeit. Der gelernte Industriemechaniker arbeitet momentan als Eventmanager. Wegen der Kinder sucht er etwas mit geregelten Arbeitszeiten. Für ihn war schon der Besuch der Messe schwierig.

"Es wäre besser, wenn man das am Wochenende oder bis später in den Nachmittag macht", so der 35-Jährige. Michael Altieri, Projektleiter der Börse, kennt das Problem: "Es ist zwar schlecht, das deswegen viele nicht kommen können, aber die meisten Besucher kommen noch vor 12Uhr. Um 16 Uhr ist hier kaum noch einer. Es würde sich nicht lohnen."

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