Langenfeld: Café Mama Mia bietet jungen Müttern mehr als nur Kaffee

Langenfeld: Café Mama Mia bietet jungen Müttern mehr als nur Kaffee

Beim Kinderschutzbund an der Eichenfeldstraße lassen sich Fragen zur neuen Lebenssituation mit Baby ganz zwanglos klären.

Langenfeld. Den ganzen Tag zu Hause sein, das Baby stillen und das Kleinkind mit Spielen erfreuen - das ist Mutterglück pur. Aber wenn das Baby nachts nicht durchschläft oder das größere Kind plötzlich wieder in die Hosen macht, wenn man den geliebten Beruf vermisst, weil Kochen und Putzen eben doch nicht alles sind, kann aus dem Glück schnell Verzweiflung werden.

Im Café Mama Mia an der Eichenfeldstraße finden Eltern eine Anlaufstelle, wo sie Fragen rund ums Baby und die Kindererziehung loswerden können. Einmal pro Woche treffen sich dort Mütter, um in entspannter Runde zu frühstücken. Die Kinder, die noch nicht in den Kindergarten gehen, haben hier genug Platz zum Spielen. Schließlich liegen die Räume im Gebäude des ehemaligen evangelischen Kindergarten "Die Arche" und sind kindersicher eingerichtet.

"Wenn ich sonst in irgendein Café gehe, werde ich blöd angeguckt, wenn ich meine Kinder frei herum laufen lasse", sagt die 33-jährige Christa Koziol. Sie betreut fünf Kinder im Alter von sechs Monaten bis sieben Jahren. Neben den drei eigenen Kindern kümmert sie sich um zwei Pflegekinder. "Ich habe hier keinen verpflichtenden Termin. Wenn ich mal nicht herkommen will oder kann, bleibe ich einfach weg."

Termindruck erzeugt Stress und den haben Mütter von kleinen Kindern schon genug. Der Mittwochstreff wird erst mal gemütlich mit Kaffee und Brötchen eröffnet. Nach und nach trudeln die Frauen ein. Babys werden aus den dicken Jacken gepackt. Die Krabbelkinder bearbeiten das Spielzeug. Die Frauen können ungestört stillen.

"Mütter, die nach dem ersten Kind aus der Berufstätigkeit heraus sind, haben im Café Mama Mia die Gelegenheit, Fragen loszuwerden, sich mit anderen Müttern auszutauschen und den Tag neu zu strukturieren", sagt Sozialpädagogin Petra Thiele (42), Leiterin des Cafés und Ansprechpartnerin für Eltern.

Viel genutzt werden auch die anderen Angebote des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) in Langenfeld. "Ich gehe oft in den Kleiderladen, entweder um günstig einzukaufen oder um gebrauchte Kindersachen abzugeben", meint Sabrina Z. (39), Mutter von vier Kindern. Seit acht Jahren besucht sie mittlerweile das Café. Sie kann eigene Erfahrungen an Andere weitergeben.

"Meine Tochter geht in die Schülerbetreuung des DKSB", erzählt Iris Gleinke (39), Mutter von zwei Kindern im Alter von neun Jahren und sieben Monaten. "Ich bin nicht der Typ für Vereine. Da werden immer Gebühren fällig. Hier ist es kostenlos, und wenn ich nicht mehr kommen möchte, ist das kein Problem."

Eine Anmeldung sei nicht erforderlich, erklärt Christine Klann (54), Vorsitzende der gut DKSB-Mitglieder in Langenfeld. "Man kann einfach vorbei kommen." Das Konzept "kein Termindruck - keine Anwesenheitspflicht - keine Gebühren" scheint aufzugehen. Im Schnitt besuchen zehn bis zwölf Mütter jede Woche das Café Mamma Mia, viele schon seit Jahren.

Mehr von Westdeutsche Zeitung