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Langenfeld: Blickfang der alten Kutschen

Langenfeld: Blickfang der alten Kutschen

Am Sonntag zog wieder ein Tross meist historischer Gefährte durch die Stadt. Sie waren ein Teil des Programms am Tag der offenen Tür auf Gut Langfort.

Langenfeld. Ein prächtiger Korso - 22 Pferdekutschen rollen im Vierhufertakt durch Langfort, geschmückt mit Sonnenblumen, Kürbissen und farbigen Bändern. Die Fahrer und Gäste haben es sich mit ihren Herbstmänteln in den Lederpolstern bequem gemacht.

Beim Abbiegen gibt der Kutscher die Fahrtrichtung mit dem ausgestreckten Arm an. Ein kleiner Langenfelder staunt am Wegesrand. "Früher gab es nur Pferdekutschen", erklärt die Mutter.

Am Sonntag zog der siebte Langenfelder Kutschenkorso die Blicke auf sich. Vom Reiterhof Langfort ging die Fahrt zum Mittagessen nach Schloss Garath, auf dem Rückweg war Station beim Schoppenfest in der Innenstadt.

Neu im Kutschenkorso sind diesmal die Aachener Stadtreiter - ganz in schwarz und gelb. "Die Gruppe ist aus der aufgelösten Polizeireiterstaffel Aachen hervor gegangen", erklärt Organisator Randolf Ohly.

Mit einer Kutsche gediegen auszufahren, erfordert Können und viel Vorbereitung. Einen Zündschlüssel zu drehen und sich anzuschnallen reicht nicht. Um den Pferden das Geschirr anzuziehen, die Zugstränge und Leinen zu verbinden, brauchen geübte Fahrer rund 20 Minuten - für ein Gespann mit zwei Tieren.

Gleich fünf Shetland Ponys hat Friedhelm Gildemeyer vor seine Kutsche gespannt. Er ist von Anfang an in Langenfeld dabei: "Hier ist alles wunderbar organisiert", freut sich der Essener. Ein Team vom Ferienhof Wiesenbach hat vier imposante Moritzburger vor eine "Roof Seat Break" genannte Kutsche gespannt. Die sechs Passagiere sitzen besonders hoch über der Straße. Haflinger sind im Korso zu sehen und ein Vertreter der größten Pferderasse der Welt, ein Shire-Hengst.

"Für den Transport zum Startpunkt brauchen die meisten Gespanne zwei Anhänger: Einen für die Pferde und ein separates Fahrzeug für die Kutsche", erklärt Ute Ohly vom Kutschenverein den Ablauf. Für den Korso kommt noch die Dekoration und die festliche Kleidung dazu. "Da kommt man nicht in ollen Jeans", erklärt Ohly.

Ein riesiger Aufwand, den immer weniger Pferdefreunde leisten mögen. Historische Fahrzeuge werden besonders geschont, bei schlechtem Wetter in der Remise gelassen. Beim ersten Korso vor zwölf Jahren rollten noch 90 Gespanne durch Langenfeld, inzwischen sind es nur noch ein Viertel davon.

An das Ende der Fahrt schließt sich für die Kutschenfreunde der Abbau an. Abspannen und Ausziehen der Pferde geht umgekehrt wie beim Start. Dazu kommt noch, die Pferde zu versorgen, mit einer Decke zu schützen und alles sauber zu machen.

Danach bleibt, sich auf die nächste Fahrt zu freuen. Im November besuchen die Langenfelder die Leonhardi-Fahrt im bayrischen Bad Tölz, eine Prozession mit Pferdekutschen.