Langenfeld Für Familien wird‘s teuer: Steuern und Abgaben steigen

Langenfeld · Vor allem bei den Abwassergebühren schlagen die Investitionen in Kanalbauten und veränderte Abrechnungsmethoden zu Buche. Auch die Tarife im Stadtbad sollen moderat erhöht werden.

Die Schmutzwassergebühr wird nach dem verbrauchten Frischwasser in Kubikmetern erhoben und setzt sich aus den Anteilen Kanalbenutzung und Abwasserreinigung im Klärwerk zusammen.

Die Schmutzwassergebühr wird nach dem verbrauchten Frischwasser in Kubikmetern erhoben und setzt sich aus den Anteilen Kanalbenutzung und Abwasserreinigung im Klärwerk zusammen.

Foto: Verband/BRWV

Eine vierköpfige Durchschnittsfamilie mit einem Einfamilienhaus muss im nächsten Jahr 171,48 Euro mehr an Grundbesitzabgaben und Gebühren für Abwasser und Abfall zahlen. Bei einem von der Verwaltung vorgeschlagenen Hebesatz von 360 Punkten (vorher 299) würden 368,14 Euro an Grundsteuer B anfallen. Bei einem angenommenen Frischwasserverbrauch von 200 Kubikmeter müsste die Familie 583 Euro für die Schmutzwasserbeseitigung berappen (Grundpreis: 2,91 Euro pro Kubikmeter). Für die Beseitigung des auf angenommenen 130 Quadratmetern überbauter Fläche niedergehenden Regenwassers würde die Stadt künftig 110,50 Euro verlangen (Grundpreis: 0,85 Euro/Kubikmeter). Bei der Abfallentsorgung sinken die Gebühren minimal (um 1,04 Prozent): Für ihre 60-Liter-Tonne mit wöchentlicher Entleerung muss die Familie jetzt nur noch 172,80 Euro aufbringen (vorher 174,60 Euro). Die Belastung durch Steuern und Abgaben steigt insgesamt um 16,15 Prozent.

Die höchste Gebührensteigerung ist bei der Schmutzwasserbeseitigung zu verzeichnen: Hier fällt der sogenannte Verschmutzerbeitrag an den BRW um 350.000 Euro höher aus. Bei den kalkulatorischen Abschreibungen ist der Betrag durch Investitionen (Schmutzwasserkanal Katzbergstraße/Bahnhofstraße, Schaltanlage Schmutzwasser-Pumpwerk Blumenstraße) um 380 000 Euro gestiegen. Auch bei den kalkulatorischen Zinsen werden 460 000 Euro mehr angesetzt. Sie waren bisher an den historischen Anschaffungskosten orientiert, nunmehr an den Wiederbeschaffungszeitwerten.

Bei der Gebührenkalkulation für die Regenwasserbeseitigung habe sich ebenfalls angesetzte Abschreibungen für Investitionen (Regenwasserkanal Katzbergstraße und Staukanal Poststraße) zu Buche. Insgesamt führe dies zu einer Gebührenerhöhung um 18 bis 19 Prozent.

Die Tarife für das Hallen- und Freibad sollen erhöht werden. Das Defizit im Bäderbetrieb ist auf rund zwei Millionen Euro angestiegen. Weitere Investitionen stehen an: Allein eine Million Euro soll der Neubau des Lehrschwimmbeckens kosten, außerdem muss der Kinderspielplatz im Freibad erneuert werden. Auch im Foyer stehen nach der Modernisierung der Kassenautomaten weitere Umbauten an.

Allein wege der Tarifabschlüsse steigen die Personalkosten. Zusätzlich fallen allein 23 000 Euro jährlich für Sicherheitspersonal an. Für Strom muss das SGL-Bad bei einem Verbrauch von 500 000 kWh 98.000 Euro mehr aufbringen. Beim Erdgas betragen die Mehrkosten (Jahresverbrauch von 2 000 000 kWh) 155 000 Euro. Das Einzelticket für Erwachsene soll ab 1. April 2024 4,80 Euro (3,60 Euro) für Kinder 2,40 Euro (1,80 Euro). Für eine Zehnerkarte müssen Erwachsene künftig 39 Euro (30 Euro) zahlen, Kinder 19 Euro (15 Euro). Halbjahreskarten fallen mit 150 Euro (120 Euro) bzw 80 Euro (66 Euro) zu Buche.

(elm)
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