Langenfeld/Monheim : Bürger-Angebot wird umweltfreundlicher

Die Langenfelder Verbraucherzentrale erweitert ihr Angebot auf Umweltthemen.

Wie lässt sich Plastikmüll vermeiden? Was ist bei Schimmel in der Wohnung zu beachten? Um gezielt Antworten auf solche und ähnliche Fragen geben zu können und entsprechende Aktionen anzustoßen, erweitert die Langenfelder Beratungsstelle der Verbraucherzentrale (VZ) ihr Angebot. Für Umweltthemen wird demnächst eine zusätzliche Stelle geschaffen. In der Ratssitzung beschlossen die Parteien einstimmig, sie mit jährlich rund 55 000 Euro aus dem Langenfelder Haushalt zu zwei Dritteln zu bezuschussen. Den Restbetrag wird das Land übernehmen.

Nach Angaben des Langenfelder VZ-Leiters Andreas Nawe soll die Umweltberatung in den vorhandenen Räumen am Konrad-Adenauer-Platz 1 im April nächsten Jahres starten. Die Stelle werde in Kürze ausgeschrieben.

Die Verbraucherzentrale will mit Aktionen auf die Bürger zugehen

„Wir wollen diese Umweltberatung vor allem aktionsorientiert betreiben“, sagte Nawe. „Mit Infoständen, Vorträgen, Ausstellungen und Telefonaktionen möchten wir beim Klimaschutz und anderen Umweltthemen direkt auf die Leute zugehen.“ Aber es entstehe hierzu für Ratsuchende auch eine Anlaufstelle mit Telefonnummer und festen Sprechzeiten.

Die Initiative für diese VZ-Erweiterung ging laut Nawe von Bürgermeister Frank Schneider aus. Der bezeichnete das erweiterte Beratungsangebot als „wichtigen weiteren Baustein in Sachen Klima- und Umweltschutz“. Das für diese Themen im Rathaus angestellte Team um Klimaschutzkoordinator Jens Hecker arbeite schon seit vielen Jahren mit der VZ und deren Energieberater Florian Bublies gut zusammen. Mit zusätzlicher Fachkompetenz könne die Verbraucherzentrale auch Umweltaktionen in Schulen und Kindergärten begleiten.

Hecker stellt sich Gemeinschaftsprojekte vor etwa mit dem Ziel, sich beim Einkaufen umweltgerecht zu verhalten und zum Beispiel Einwegplastik zu vermeiden. Hier sieht auch Nawe erheblichen Handlungsbedarf.

Viele weitere Themen
stehen inhaltlich offen

Nach dem Vorbild anderer Städte könnten Aktionen gegen Wegwerfbecher und für immer wieder verwendbare Behälter für Getränke oder feste Lebensmittel angestoßen werden.„Auch auf die Verschwendung von Lebensmitteln und deren Wertschätzung möchten wir mit unserer Umweltberatung den Blick der Verbraucher richten“, kündigt Nawe an. „Inhaltlich stehen uns dann auch viele weitere Themen offen – von der Mobilität über Gesundheitsfragen bis hin zu Bienenhotels.“

Nicht zuletzt energierechtliche Fragen soll die in der VZ für die Umweltberatung eingestellte und hierfür entsprechend ausgebildete Fachkraft laut Nawe kompetent beantworten. Der Energiemarkt, die zugehörigen gesetzlichen Bestimmungen und Fördermöglichkeiten seien oft schwer zu durchschauen. Und es gehe für die einzelnen Verbraucher oft um hohe Geldbeträge.

Seit 2002 betreibt die Verbraucherzentrale NRW die Beratungsstelle direkt neben dem Langenfelder Rathaus. Sie ist auch für Monheim, Hilden, Haan und Erkrath zuständig ist. Die Kosten für Personal und Betrieb teilen sich das Land und die Stadt Langenfeld. Indes sollen die Aktionen der mit jährlich 55 000 Euro extra bezuschussten VZ-Umweltberatung nach Bürgermeister Schneiders Angaben ausschließlich in Langenfeld angeboten werden. „Dagegen steht das tägliche Beratungsportfolio weiterhin allen Kundinnen und Kunden der Verbraucherzentrale auch aus umliegenden Städten offen.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung