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Langenfeld: Barrieren für Rollstuhlfahrer und Läden

Nach dem Umbau Solinger Straße : Rollstuhlfahrer klagt über Parksituation

Die beiden Behinderten-Parkplätze an der Johannesstraße haben ihre Tücken.

Für die aufwändig umgestaltete City gibt es viel Lob, doch auch kritische Stimmen. Dass die beiden nächstgelegenen Behinderten-Parkplätze an der Johannesstraße für Rollstuhlfahrer denkbar ungeeignet seien, zeigt Tim Eigenbrodt bei einer alltäglichen Situation.

Barriere 1

Tim Eigenbrodt rollt zu seinem Auto auf dem Behinderten-Parkplatz. Foto: Rheinische Post/Stephan Meisel (mei)

Um von der gerade umgebauten Solinger Straße und der Fußgängerzone zu seinem Auto auf einem der Behinderten-Parkplätze zu gelangen, muss Eigenbrodt etwa 50 Meter auf der ansteigenden Fahrbahn bewältigen. Denn der Bordstein neben diesen beiden ausgeschilderten Plätzen ist nicht abgesenkt.

Eigenbrodt rollt wegen des hohen Bordsteins auf der Straße zum Auto. Foto: Rheinische Post/Stephan Meisel (mei)

Barriere 2

Schwierig bei knappem Abstand: Ein- und Ausladen des Rollstuhls. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Am Auto angelangt folgen weitere Erschwernisse: Auf der engen Fahrbahn lässt sich für einen Gehbehinderten wie Eigenbrodt ein Rollstuhl nur dann verstauen, wenn er an seinen Kofferraum herankommt.

Barriere 3

Biohändler Sven Lucht beklagt, dass mangels Ladezonen Lieferanten Probleme hätten. Längere Fußmärsche mit Rollwagen seien beschwerlich. Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Und das ist an dieser abschüssigen Johannesstraße oft erst nach mehreren Anläufen möglich. Denn immer wieder stehen Autofahrer dicht dahinter, die den von oben kommenden Gegenverkehr vor der Weiterfahrt abwarten. Der hat Vorrang, weil auf dessen Fahrbahn nicht geparkt werden darf. Ist die Strecke frei, fahren die von der City kommenden Autos rasch und knapp am Behinderten-Parkplatz vorbei die Johannesstraße aufwärts.

Auf der Solinger Straße haben Fußgänger seit dem Umbau viel Platz. Bäume, Beete, Radständer und Poller verhindern, dass Autos neben der Fahrbahn abgestellt werden. Foto: Rheinische Post/Stephan Meisel (mei)

Weitere Barrieren

Wie beim Einsteigen tun sich diese Hindernisse – natürlich in anderer Ausprägung – ebenso nach dem Einparken aus; beim Verlassen des Autos, Öffnen des Kofferraums und bei der Rollstuhltour abwärts auf der Fahrbahn.

Die für zwei Autos von Gehbehinderten gedachte Parkfläche gibt es erst seit kurzem. Sie ist durch Ummarkieren der vormaligen Motorrad-Stellplätze entstanden. „Es wäre besser, wenn diese Behinderten-Parkplätze für einen kurzen Aufenthalt in den verbreiterten Fußgängerbereich der Solinger Straße verlegt würden“, sagt Eigenbrodt. Er führt den – bewusst so geschriebenen – Laden „Happy mit Handykap“ und bekommt bei seiner Kritik Unterstützung von anderen Ladeninhabern.

Für Behinderten-Parkplätze sei die Stelle an der Johannesstraße ungeeignet, meint Anne König vom gleichnamigen Geschenkeladen. „Muss denn erst ein Unfall passieren, bevor das geändert wird?“ Mit Bioladen-Inhaber Sven Lucht und Larissa Koegeler vom Sanitätshaus Binn ist sich Geschäftsfrau König einig, dass ein oder zwei Behinderten-Parkplätze unbedingt nötig seien. „Auf den deutlich verbreiterten Fußwegen ist doch genügend Platz in den Bereichen, wo keine Außengastronomie vorgesehen ist“, sagt Lucht. „Zum Beispiel vor dem Schmuck- und Uhrenladen könnten doch Poller entfernt und dann ein oder zwei Kurzzeit-Parkplätze für Behinderte markiert werden.“

Poller verhindern dort und an anderen Stellen, dass Autos auf die begehbaren Flächen gelangen. Das sei auch für die Belieferung ihrer eigenen und manche andere Läden ein großes Problem, sagen die genannten Geschäftsleute.

Bürgermeister Frank Schneider bezeichnete die Kritik an fehlenden Ladezonen für überzogen. Nach umfangreichen Diskussionen mit Geschäftsleuten und in den politischen Ratsgremien sei der Umbau so beschlossen worden, wie er nun vollendet ist. Über die Kritik an den Behinderten-Parkplätzen wunderte sich der Bürgermeister. „Wir werden nach Kontakt zu Tim Eigenbrodt aufnehmen und nach Lösung suchen.“