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Langenfeld Autorennen: 20-Jähriger schwer verletzt

Unfall be Autorennen in Langefeld : 19-Jähriger nach illegalem Autorennen im Krankenhaus

Zwei Leverkusener rasen über die Rheindorfer Straße in Langenfeld. Als ein Mercedes Sprinter einbiegt, kann der Golf-Fahrer nicht mehr bremsen und prallt vor einen Baum.

. Der Thrill von aufheulenden Motoren und rasender Geschwindigkeit ist einem 19-jährigen Leverkusener nicht gut bekommen. Bei einem illegalen Autorennen am Mittwochabend auf der Rheindorfer Straße in Langenfeld ist er schwer verletzt worden. „Das hätte auch tödlich enden können“, sagt Polizeisprecher Daniel Uebber. „Denn er war noch nicht einmal angeschnallt.“ Nach ersten Ermittlungen hat sich der junge Mann mit einem gleichaltrigen Freund ein verbotenes Autorennen geliefert. Dabei ist er mit dem Mercedes Sprinter eines 40-jährigen Mannes aus Thüringen zusammengestoßen.

Laut Polizeibericht rast der Leverkusener gegen 22 Uhr in seinem Golf über die Rheindorfer Straße Richtung Rheindorf. Ein ebenfalls 20 Jahre alter Leverkusener in einem Mercedes C 220 verfolgt ihn – mit einer „atemberaubenden Geschwindigkeit“, berichten Anwohner, die durch lautes Motorengeheul aufmerksam geworden sind. 50 km/h sind dort erlaubt. Die beiden Raser haben die Straße mit gut 130 km/h durchquert.

Zur gleichen Zeit fährt ein 40 Jahre alter Mann aus Thüringen mit seinem Mercedes Sprinter über die Rheinstraße. Als er von dort nach rechts in die Rheindorfer Straße biegen will, nimmt er die Scheinwerfer des Golfs wahr. Da ihm die Entfernung ausreichend erscheint, biegt er mit seinem Fahrzeug rechts ab. Der 19-Jährige braust jedoch rasend schnell heran, zu schnell, kann seinen Golf nicht mehr abbremsen und prallt mit dem Sprinter zusammen.

Golf landet in der Böschung
vor einem Baum

Während der Mercedes einmal um die eigene Achse dreht und auf dem rechten Grünstreifen zum Stillstand kommt, wird der Golf des Leverkuseners nach links von der Straße geschleudert, wo er in der Böschung vor einem Baum landet. Die Anwohner, die den Unfall gehört haben, eilen zur Unfallstelle und rufen den Notarzt. Eine Zeugin leistet Erste Hilfe bei dem schwer am Bein und Arm verletzten Golffahrer und kümmert sich um den jungen Mann, bis ein Rettungswagen eintrifft. Der Fahrer des Sprinters und der Fahrer des Mercedes C 220 bleiben unverletzt. Letzterer hat seinen Wagen noch rechtzeitig abbremsen können und so einen weiteren Auffahrunfall verhindert.

Die Polizei stellt vor Ort fest, dass der Fahrer des Golfs bei seinem Unfall nicht angeschnallt war. Sein Wagen ist total beschädigt, der Mercedes Sprinter erheblich. Insgesamt beläuft sich der Sachschaden auf eine Summe von deutlich über 30 000 Euro, schätzt die Polizei.

Aufgrund der des Spurenbildes vor Ort erhärtet sich für die Polizei der Verdacht, dass sich die beiden Männer zum Zeitpunkt des Unfalls ein illegales Straßenrennen geliefert hatten. Daher wird gegen die beiden jeweils ein Strafverfahren wegen der „Teilnahme als Kraftfahrzeugführer an einem illegalen Straßenrennen“ (§315 StGb) eingeleitet. Golf und Mercedes C 220 werden ebenso sichergestellt wie die Führerscheine und die Handys der jungen Männer – als Tat- und Beweismittel. „Wir prüfen, ob die beiden jungen Autofahrer sich im Vorfeld zu dem Rennen verabredet haben“, sagt Daniel Uebber. Die Feuerwehr Langenfeld war ebenfalls zu dem Unfall gerufen worden.

Meist handele es sich bei den Teilnehmern illegaler Autorennen um Fahranfänger, die sich beweisen wollen. Imponiergehabe. „Das ist sehr gefährlich“, sagt Uebber, der trotz einer verschärften Gesetzeslage immer wieder diese Delikte beobachtet.

Denn nachdem vor mehreren Jahren bei einem illegalen Autorennen in Köln eine Radfahrerin ums Leben gekommen ist, wurde das Gesetz verschärft. Zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Freiheitsstrafe erwarten Raser.

In Langenfeld und Monheim hat die Polizei von Januar 2019 bis August 2021 insgesamt 48 Fälle mit dem Verdacht eines illegalen Kraftfahrzeugrennens gemäß § 315d StGB registriert. Es gab vier Unfälle und einen Verletzten. Jetzt sind es 49 Fälle und zwei Verletzte.