Langenfeld Auf Schatzsuche im Langforter Freibad

Langenfeld : Verlorenem Kleingeld auf der Spur

Volker Kremers und Rafael Teubner sind Sondengänger und suchen auch im Langforter Freibad nach metallenen Schätzen.

Große Jungs auf Schatzsuche – zwar nicht in Atlantis oder im Bermuda-Dreieck, dafür aber im Langenfelder Freibad: Volker Kremers und Rafael Teubner, zwei gestandene Männer aus Remscheid und Wermelskirchen mit seriösen Berufen, verbringen ihre Freizeit als Sondengänger. Mit Metalldetektoren spüren sie im Boden auf, was Menschen dort vergessen oder verloren haben. Meist ist es nicht viel: Centstücke, Kronkorken, Metalllaschen von Dosen, Alufolie, Knöpfe, selten mal etwas von viel Wert. „Ein- und Zwei-Euro-Stücke finden wir nie“, sagt Kremers, „da passen die Leute wohl gut drauf auf.“ Dennoch machen sich die Männer seit acht Jahren regelmäßig auf die Suche nach Metallgegenständen.

Die Gerätschaften haben sich vom Einsteiger-Detektor für 300 Euro zum High-Tech-Metall-Suchgerät verändert, das locker bis zu 2000 Euro kosten kann. Über ein Magnetfeld sendet es Strahlen in den Boden, die von Messing-, Kupfer- oder Bronze- und anderen metallischen Gegenständen zurückgeworfen werden und auf einem Display einen Leitwert von 0 bis 99 angeben. „Ab 82 wird es interessant. Da liegt Geld im Boden“, sagt Volker Kremers. Bei einem angezeigten Leitwert von 86 wissen die beiden Männer in der Regel schon, bevor sie gegraben haben, worum es sich handelt: „Ein 20-Cent-Stück“, sagt Teubner. Mit einem Grabemesser kratzt er ein kleines Loch. Und mit dem Pin-Pointer macht er sich auf die kleinteilige Lagesuche.

Fiepend wie ein Geigenzähler nähert sich der Pointer dem Schatz unter der Grasnarbe. Diesmal findet Teubner leider nur ein Fünf-Cent-Stück. Nach zwei Stunden haben die beiden Männer rund 30 Euro Kleingeld gefunden. Darunter auch ein paar Reichspfennige mit Hakenkreuz, die älter sind als das Schwimmbad selbst mit seinen 51 Jahren. Wer mag die wohl dort bei welcher Gelegenheit verloren haben? Was die Männer bei ihrer Suche entdecken, spenden sie in diesem Fall dem Langenfelder Schwimmbad.

So ohne weiteres dürfen die beiden Bergischen übrigens nicht überall auf Suche gehen „Im Wald ist das streng verboten“, sagt Kremers. Landwirtschaftliche Flächen und Wiesen sind erlaubt, wenn die Besitzer nichts dagegen haben. Fundstücke besonderer Art müssen einem Archäologen in Bergisch Gladbach vorgeführt werden. Der entscheidet, was die Finder behalten dürfen und was ins Museum kommt.

Gigantisch ist die Ausbeute aus acht Jahren Schatzsuche nicht. Rafael Teubner hat einmal einen kleinen 750er Goldring aufgespürt und Volker Kremers eine alte Silbermünze von 1764, die aber nicht für museumsreif befunden wurde. Dennoch füllen die Schätze kleine Holzkisten. Es sind die Technik beim Aufspüren, die Spannung beim Graben, die Beschäftigung in der frischen Luft und letztlich die bubenhafte Freude an der Schatzsuche, die die beiden antreiben. Behalten wollen sie letztlich nichts, außer der schönen Erinnerung. Gerne lassen sie sich auch von anderen Freibädern zur Schatzsuche ­einladen.

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