Langenfeld : Bürger wollen Stadtbäume besser schützen

Bürger und Experten erarbeiten gemeinsam ein Klimakonzept für Langenfeld.

Der Sommer 2018 mit Hitze und langer Trockenheit, unterbrochen von bedrohlichem Starkregen, zeigt schon jetzt Handlungsbedarf in Langenfeld und Monheim. Erst recht, wenn Fachleute warnen, dass solche Extrem-Wettersituationen auch in unserer Region zukünftig häufiger zu befürchten sind.

Sowohl in Langenfeld als auch in Monheim beschäftigen die vor Ort spürbaren Folgen der Klimaveränderung die Ausschüsse und Räte schon seit längerem. Monheim zum Beispiel beschloss bereits 2014 ein Klimaschutz-Konzept, das eine 20-prozentige Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 als Ziel enthält. In Langenfeld entschied man jetzt, die „Klimafolgen“ zusätzlich, also neben der notwendigen Fortschreibung des Klimaschutzkonzeptes zu thematisieren. „Uns geht es dabei primär um Sofortmaßnahmen“, erklärte Jens Hecker, der städtische Klimaschutzkoordinator.

In Monheim beantragte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im November ein „Konzept zur Klimafolgenanpassung“. Lokale Anpassungsstrategien und konkrete Handlungsempfehlungen versprach sich Fraktionsvorsitzender Manfred Poell davon. Dabei verwies er auch auf die demografische Entwicklung, „ältere Menschen sind stärker betroffen“. Im kürzlich tagenden Planungsausschuss gab es dafür jedoch keine Mehrheit. „Bei Planungs- und Neubauvorhaben ist das Klimaschutzmanagement der Stadt frühzeitig mit eingebunden und neben der energetischen Betrachtungsweise ist die klimatische Auswirkung immer ein Aspekt der Planung“, begründete Klimaschutzmanager Georg Kruhl die Entscheidung im Fachausschuss.

Bäume sollen künftig bei Bauvorhaben erhalten bleiben

Manfred Poell denkt bei seinen Vorschlägen aber auch an ganz konkrete Pläne, und er hofft, dass beispielsweise beim großen Bauvorhaben an der Alten Schulstraße die vorhandenen Bäume zur Klimaverbesserung stehen bleiben. Direkt neben dem alten Krankenhaus, an dessen Stelle bald ein Gesundheitscampus errichtet wird, steht eine alte Kastanie.

Die Langenfelder streben zwar ein „Klimakonzept“ an, aber keines von der Stange, auch wenn das nicht gefördert wird. Hecker erläuterte, wie die lokale Strategie als Querschnittsaufgabe erstellt und kontinuierlich angepasst werden soll. „Alle Fachbereiche, verschiedene Institutionen und weitere Akteure werden in einem gemeinsamen Prozess auf Schnittmengen im Bereich der Klimaanpassung untersucht“.

Zum Auftakt ist im ersten Quartal 2019 eine Auftaktveranstaltung geplant. Neben geladenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Verwaltung, Politik, Unternehmen und Gesellschaft, wird diese Veranstaltung auch für alle interessierten Langenfelder Bürger angeboten „Wir wollen wissen, was für die Menschen wichtig ist“. Der Fachausschuss stimmte dem Konzept ebenso einstimmig zu wie der Rat in dieser Woche.

Klimamanager Georg Kruhl in Monheim und Klimaschutzkoordinator Hecker in Langenfeld sind sich in einem Punkten einig. Es geht um die Eigeninitiative der Bürger. „Es gibt viele Maßnahmen, die helfen“, von der Sanierung der Gebäude, verbessertem Sonnenschutz, bis zur Pflege der öffentlichen Parks und Bäume in Zeiten großer Trockenheit. Und die könnten in den nächsten Jahren häufiger kommen.