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Kreißsaal mit Wohlfühlfaktor im St. Martinus Krankenhaus

Kreißsaal mit Wohlfühlfaktor im St. Martinus Krankenhaus

Etwa 450 Babys werden pro Jahr im St. Martinus Krankenhaus geboren. Die Geburtsabteilung ist frisch renoviert.

Langenfeld. Die Herztöne des ungeborenen Kindes sind bis auf den Flur zu hören. Seit etwa einer Stunde liegt die junge Mutter in einem der drei Kreißsäle am CTG. Eine Hebamme kontrolliert die Werte. „Es wird noch dauern, bis das Baby kommt“, sagt Barbara Pawelczyk, die leitende Hebamme im St. Martinus Krankenhaus.

Der Bereich der Kreißsäle ist vom Rest der Station im dritten Stock durch eine Schiebetür abgetrennt. Mehrere Monate wurde renoviert, gestrichen, altes Mobiliar entfernt und eine neue Raumaufteilung vorgenommen. Mehrere tausend Euro wurden in die Renovierung investiert.

„Jetzt gibt es endlich einen Eingangsbereich mit Anmeldung“, sagt Barbara Pawelczyk. Zuvor war der Kreißsaal nur durch die nebenliegenden Räume zu betreten gewesen. „Das war überhaupt nicht einladend“, sagt die 53-Jährige. „Wir sind abgeschirmt, die Hektik bleibt draußen“, sagt sie. „Schließlich brauchen die Frauen hier eine entspannte Atmosphäre. Sie sollen sich ungestört fühlen.“

Auch die Farben der einzelnen Kreißsäle sollen beruhigend auf die Frauen wirken. Mint und ein zartes Orange dominieren die Räume, in einem Kreißsaal gibt es zusätzlich zum Geburtsstuhl eine Geburtswanne. „Die gilt bei den meisten Frauen immer noch als etwas exotisch“, sagt Pawelczyk aus Erfahrung. „Die meisten bevorzugen die normale Geburt auf dem Stuhl“, sagt sie. Nur etwa ein- bis zweimal pro Monat werde ein Kind in der Wanne geboren. „Dabei habe ich als Hebamme beste Erfahrung mit der Wanne gemacht“, sagt sie. Das Wasser wirke schmerzlindernd, die Geburt gehe meist schneller, und die Kinder kämen sanfter zur Welt.

An jedem zweiten Dienstag im Monat stellt das Team der Klinik, bestehend aus Gynäkologe, Kinderarzt einer kooperierenden Kinderklinik, Kinderkrankenschwester sowie Hebamme, die Abteilung vor, führt durch den Kreißsaal und beantwortet Fragen.

Dabei hat Barbara Pawelczyk schon Skurriles erlebt. „Ein junger Mann hat bei einer solchen Führung einen Kreislaufzusammenbruch gehabt und ist mir in die Arme gefallen“, erinnert sie sich. Generell seien die Männer aber eine wichtige Stütze für die Frauen während der Geburt. „In 98 Prozent der Fälle ist der Mann dabei“, sagt sie. „Und sie schlagen sich ganz gut“, sagt sie lächelnd.