Kreispolizei Mettmann gibt Tipps zum Einbruchschutz

Kreis Mettmann : Rat und Tipps zum Schutz vor Einbrechern

Interview So können Eigentümer und Mieter ihr Haus oder die Wohnung sichern.

Die Fallzahlen bei Einbrüchen gehen im Kreis Mettmann zurück, um fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch gilt es für Hausbesitzer und Mieter weiter Vorsicht walten zu lassen. Die Sommerferien könnten Diebe vermehrt nutzen, denn Einbrecher machen keinen Urlaub, berichtet Holger Kresken, Sachbearbeiter für Kriminalprävention und Einbruchschutz der Kreispolizei Mettmann.

Wie schütze ich mich bei Urlaubsabwesenheit vor Einbrechern?

Holger Kresken: Es gibt viele wirksame Möglichkeiten, vor allem gilt es, rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Mit Hilfe von Fachleuten erarbeitete und realisierte individuelle Lösungen erfordern Zeit. Mit heißer Nadel gestrickte Sofortlösungen sind selten zielführend. Leider machen sich viele Menschen erst nach einem Einbruch in der unmittelbaren Nachbarschaft solche Gedanken. Trotz deutlich geringerer Einbruchszahlen – sicherlich auch eine Folge der besseren privaten Vorsorge – gibt es keine absolute Sicherheit.

Worauf muss ich achten, wenn ich Türen und Fenster sichern will? Gibt es neue Techniken?

Kresken: Die technische Weiterentwicklung ist ein fortschreitender Prozess, zur Grundsicherung, basierend auf mechanischen Sicherungen (beispielsweise gibt es Pilzkopf- und Panzerverriegelungen), kommen vermehrt elektronische Überwachungsmöglichkeiten und Alarmsysteme hinzu. Grundsätzlich sollten solche Sicherungsmaßnahmen vom Fachmann erfolgen. Beim Einbau sollte auf DIN-geprüfte und zertifizierte Bauteile geachtet werden. Billigangebote, die man beispielsweise auch in Baumärkten finden kann – manchmal auch von namhaften Herstellern – sind dann meistens nicht der DIN entsprechend und auch nur als „DIN-ähnlich“ oder vergleichbar gekennzeichnet.

Was kann ich sonst noch tun? Wie kann ich potenzielle Einbrecher abschrecken?

Kresken: Abschreckung ist das eine, Auffälligkeiten zu vermeiden ist fast noch wichtiger. Der überquellende Briefkasten, die ständig verschlossenen Rollläden, die verräterischen Infos auf dem Anrufbeantworter („Wir sind 14 Tage in Italien“), die eindeutigen Hinweise in den sozialen Netzwerken, wie die Urlaubsfotos auf Facebook und per WhatsApp sind für Gauner wichtige Hinweise. Eigentümer sorgen mit Hilfe freundlicher Nachbarn für die Leerung des Briefkastens, nutzen Zeitschaltuhren für Rollläden, Licht und Geräusche im Haus. Man sollte nicht noch unmittelbar vor dem Urlaub im Internet etwas bestellen, so dass sich Pakete vor der Tür stapeln. Man sollte auch die Zeitung abbestellen.

Was mache ich, wenn trotzdem was passiert ist?

Kresken: Wer bei seiner Rückkehr Einbruchsspuren feststellt, sollte zunächst die eigene Gefährdung vermeiden. Die Täter könnten noch im Haus sein. Sofort die Polizei alarmieren. Wenn es Hinweise auf die Täter gibt, diese direkt mitteilen. Im Haus keine Spuren verwischen.

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