Krankenhaus in Monheim: St. Marien stimmt versöhnlich

Krankenhaus in Monheim: St. Marien stimmt versöhnlich

Der Förderverein kritisiert jedoch Schließung der chirurgischen Abteilung.

Monheim. Das Monheimer St. Josef Krankenhaus steht definitiv vor einem Umbruch. Auf der Jahreshauptversammlung des Fördervereins ließ Kplus-Geschäftsführerin Ute Knoop (Monheim gehört zu dem Verbund) am Mittwochabend keinen Zweifel daran, dass die Tage der chirurgischen Abteilung gezählt sind.

Sie soll durch eine Geriatrie (Altersmedizin) ersetzt werden. Hintergrund dafür dürfte auch sein, dass der Kplus-Verbund gegenüber dem Hospital an der Alten Schulstraße derzeit das Seniorenheim St.Marien baut. Es soll noch in diesem Jahr eröffnen. Das Krankenhaus selbst wird künftig 50 Betten für die Geriatrie und 57 für die Innere Medizin haben.

Die Schließung der Chirurgie stieß bei Mitgliedern des Fördervereins auf heftigen Widerstand. Denn viele sehen darin erhebliche Nachteile bei der Erstversorgung - vor allem bei Unfällen. "Für mich heißt das, dass zum Beispiel bei Betriebsunfällen längere Fahrten in Kauf genommen werden müssen. Das kann lebensbedrohlich sein", kritisierte zum Beispiel Werner Hiller vom gleichnamigen Unternehmen.

Fördervereinsvorsitzender Martin Brüske warnte: "Was ist mit Notfällen in Kindergärten und Schulen?" Knoop betonte, dass eine chirurgische Kompetenz bei den örtlichen Ärzten sichergestellt werden soll. Auch die internistische Notfallversorgung sei weiterhin garantiert.

Nicht garantiert werden kann allerdings, ob die 150 Mitarbeiter des Krankenhauses in diesem Jahr Weihnachtsgeld bekommen. 2008 war das nämlich wegen "wirtschaftlicher Schieflage" nicht geschehen, im vergangenen Jahr dann doch. "Nun müssen für 2010 erst einmal Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen geführt werden. Erst danach wissen wir mehr", sagt Kplus-Sprecherin Cerstin Tschirner im WZ-Gespräch.

Brüske beugte dem Gerücht vor, bei Auflösung der Chirurgie die vom Förderverein angeschafften Gerätschaften anderen zum Verbund gehörenden Häuser zu überlassen: "Hier gilt das kaufmännische Verfahren. Das heißt: Eventuelle Erlöse hieraus fließen selbstverständlich an das Monheimer Haus."

Versöhnlicher als beim Thema Chirurgie waren die Mitglieder des Fördervereins bei Erläuterungen zur Struktur von St. Marien. Allein schon die Tatsache, dass die Hälfte der acht Millionen Euro Baukosten von der Familie Schwarz-Schütte gespendet wurden, sorgte einmal mehr für gute Stimmung.

Aber auch das Konzept für das Seniorenheim überzeugte. Es ist für 95 Plätze (Einzelzimmer) konzipiert, jedes mit Notrufsystem. Die Räume dürfen mit eigenen Möbeln ausgestattet werden. Geschäftsführerin Knoop betonte die Mischung bei den späteren Bewohnern: Es soll die neue Heimat "für ganz normale Senioren und Demenzkranke" werden. Auch Kurzzeitpflege ist möglich.

Mehr von Westdeutsche Zeitung