Kleingartenverein Knipprather Busch in Monheim

Monheim : „Laubenpieper“ bestehen seit 50 Jahren

Die Kleingärtner vom „Knipprather Busch“ möchten Ende Juni ein Sommerfest feiern.

Agnes Jarzombek ist 42 Jahre alt. Und sie ist glückliche Pächterin einer Parzelle im Kleingartenverein „Knipprather Busch“ am Holzweg in Baumberg. „2016 haben wir den Zuschlag bekommen. Nach anderthalb Jahren Wartezeit“, erzählt sie. Die 42-Jährige nutzt den Garten mit ihrem Mann Peter (53) und Sohn Oliver (12). Eine Gartenparzelle, so findet sie, ist gut für alle, die sich kein Eigenheim mit Garten leisten können, aber trotzdem gern ein Stück Natur hegen und pflegen wollen. Jarzombek ist inzwischen im Vorstand des Kleingartenvereins tätig, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert.

Kleingartenanlage befindet sich auf ehemaligem Müllgelände

1969 fasste der Rat der Stadt Monheim den Beschluss, auf dem Gelände der Müllkippe an der so genannten Nord-Süd-Straße eine Dauerkleingartenanlage auszuweisen. „Der Bedarf war da“, sagt der Vorsitzende Olaf Mädler. Und die ersten Mitglieder haben im Juli 1969 den Verein gegründet, der seinen Namen von der Nähe zum Knipprather Busch hat. 17 Gärten gab es anfangs, bis 1980 wuchs die Anlage auf 114 Parzellen an, in fünf Bauabschnitten. Viele Arbeiten haben die Kleingärtner gemeinsam selbst geleistet. Doch 1996 war es mit der Idylle erst einmal vorbei. Das Gelände musste wegen Altlasten geräumt werden, teilte das Land NRW den Gärtnern mit. Gemeinsam mit der Stadt fanden die Gärtner ihr neues Grundstück am Holzweg 151/„Auf der Loheck“. Die Stadt finanzierte den Altpächtern die Umsiedlung (Gartenlaube, Fundament, Umzäunung, Wasser- und Stromanschluss). Auch die Kosten für das neue Vereinsheim und die weitere Erschließung übernahm die Kommune. 2002 bezogen die Gärtner ihr neues Gelände. Allerdings war dort nur Platz für 70 von ihnen. „Einige haben aus Altersgründen aufgegeben. Sie wollten den Umzug nicht mehr“, erläutert Mädler. „Manche haben auch eine Abfindung bekommen oder sich in der näheren Umgebung nach einer Alternative umgesehen.“

Zwischen 280 und 400 Quadratmetern groß sind die einzelnen Parzellen, die an kleinen Wegen liegen, die das Gelände am Ende des Holzwegs durchziehen. In der Mitte steht das Vereinsheim, das überwiegend für Feiern genutzt wird. „Es gibt immer noch Wartelisten“, sagt Kassiererin Jarzombek. Das „Laubenpieper-Dasein“ erlebt einen neuen Aufschwung. Immer mehr junge Familien wollen einen Garten, in dem sie Obst und Gemüse selbst ziehen können. „Das Klientel verjüngt sich“, sagt Mädler.

Damit Kinder erfahren, wie etwa eine Zucchini oder eine Erdbeere wächst, gibt es in der Anlage Knipprather Busch auch einen Lehr- und Naschgarten, der oft von Kita-Gruppen besucht wird. Auch ein Bienenhotel ist zu bestaunen. Die Boccia-Gruppe hat eine kleine Bahn und trifft sich regelmäßig. Bald führt der Radschnellweg am Gartengelände entlang.

Leben ist immer im Garten: Harken, säen, ernten, wässern, Laub fegen und im Winter schauen, ob alles in Ordnung ist. Die To-do-Liste ist lang. „Meist sind die älteren Leute in der Woche auch schon vormittags da“, sagt Jarzombek. „Wer arbeitet, kommt am Abend und an den Wochenenden.“ Zum Sommerfest (29./30. Juni), soll das Bestehen gefeiert werden und der neue Spielplatz fertig sein. Bürgermeister Daniel Zimmermann will ihn den Kleingärtnern dann übergeben.

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