Kino vor ungewisser Zukunft

Nach dem Eigentümerwechsel wird nun gerechnet, ob sich die Investition in einen Umbau lohnt.

Langenfeld. Durchgesessene Sessel, eine Beleuchtung, die den Geschmack der 1980er-Jahre widerspiegelt und eine kleine Theke, an der es zwar nach Popcorn duftet, aber mangels zu weniger Sitzgelegenheiten kein Bistro-Gefühl aufkommen will. Dazu das „Kino 3“, das aus dem Eingang einen Schlauch macht. Das Rex an der Hauptstraße ist wahrlich kein Filmpalast.

Seit vielen Jahren will die Schauplatz GmbH, die Betreiberin des Kinos, durch einen Anbau und einer neuen Ausstattung dem Ende der 1950er-Jahre eröffneten Lichtspielhaus die Zukunft sichern. „Ohne diesen Umbau wird das Kino die nächsten zehn bis 15 Jahre nicht überleben“, sagt Georg Huff, Geschäftsführer der Schauplatz GmbH.

Vor kurzem gab es einen Eigentümerwechsel, der ersehnte Umbau rückte erst einmal wieder in die Ferne. „Wir haben mit den alten Eigentümern lange geplant, doch als es dann an die Umsetzung ging, haben sie sich aus persönlichen Gründen dazu entschlossen, die Immobilie zu verkaufen“, sagt Huff.

Laut dem bisherigen Renovierungsplan sollte ein Anbau rechts neben dem Kinogebäude realisiert werden. Dort sollte das neue Kino 3 entstehen. Der bisher kleinste Kinosaal könnte dann von 30 auf 65 Sitzplätze erweitert werden. Die Zuschauer werden dann aus einer Tür vor Kinosaal 2 das Gebäude verlassen und unter einem Dach bis zum Anbau gehen. So der bisherige Plan.

Was aber nun nach dem Eigentümerwechsel aus dem Kino wird, steht noch nicht fest. „Das ist für uns alle eine Rechenaufgabe“, sagt Huff. Der neue Eigentümer wolle nun genau prüfen, inwieweit es sich für ihn rechne, in das Kino zu investieren. Nach den bisherigen Berechnungen für den Anbau müssten rund 400 000 Euro lockergemacht werden. „Aber vielleicht findet der neue Eigentümer, der selbst Architekt ist, auch einen anderen Ansatz“, sagt Huff.

Huff geht davon aus, dass die Investition des Eigentümers auf die Pacht für die Schauplatz GmbH umgelegt werde. Wie hoch die Pacht dann sei und ob sich die GmbH das noch leisten könne — das alles steht noch in den Sternen. „Wir müssen dann möglicherweise auch schauen, ob wir Unterstützung von der Stadt bekommen“, sagt Huff. Schließlich müsse auch das Inventar samt Technik repariert oder gar ausgetauscht werden. Nur zu einem gewissen Prozentsatz könne das Kino dafür Fördermittel beantragen.

Der neue Eigentümer, der aktuell noch nicht an die Öffentlichkeit gehen will, sei aber äußerst „kinoaffin“, sagt Huff. Er glaube an die Zukunft des Lichtspielhauses, wisse aber auch, dass investiert werden müsse, um auf Dauer wirtschaftlich zu bleiben. An die Aufgabe des Kinos denkt er laut Huff nicht.

Im Mai setzen sich die Verantwortlichen der GmbH und der neue Eigentümer der Immobilie zusammen. Dann wird über die Zukunft des Kinos entschieden.

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