Kinderstadt Hilden: „Die Arbeit hat sich gelohnt“

Kinderstadt Hilden: „Die Arbeit hat sich gelohnt“

Fünf Tage lang probten 180 Kinder in Hilden das Erwachsensein – und waren begeistert.

Hilden. Am Ende durften sich alle Beteiligten selbst feiern: 180 Kinder, Eltern, die Veranstalter der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) und die Helfer ließen den letzten Tag der ersten KjG-Kinderstadt mit einem großen Stadtfest ausklingen.

Während der zweiten Herbstferienwoche hatten die acht bis zwölf Jahre alten Kinder das (Arbeits-)Leben der Erwachsenen simuliert und dabei viel Spaß gehabt.

Beispielsweise Nathalie aus Hilden, die ihre Zeit in der Kinderstadt "ganz toll" fand: "Ich konnte hier ausprobieren, wie das später so im Leben ist, wenn ich erwachsen bin", sagte die Elfjährige, die in der Kinderstadt als Feuerwehrfrau arbeitete.

Dabei hatte sie alle Hände voll zu tun: "Wir haben echte Feuer gelöscht und ein großes Feuerwehrauto war auch da", sagt Nathalie, die während der Woche eine wichtige Lektion gelernt hat: "Dass man in der Gruppe viel mehr schafft, als wenn man alleine ist."

Eine Reaktion, die sich die Organisatoren genau so erwünscht hatten. "Die viele Arbeit hat sich gelohnt", fasste KjG-Diözesanleiter Benedict Martin seine Eindrücke mit Blick auf die lange Vorbereitung zusammen. Gut ein Jahr lang hatten die KjG-Mitarbeiter debattiert und gerechnet, geplant und organisiert.

So wurden ein eigener Kinderstadt-Song komponiert und eingespielt, ein Stadtwappen entworfen, eine Kirche gebaut und die Regeln für die Bewohner diskutiert. Dazu gab es einen Business-Plan für die 34 in der Kinderstadt ansässigen Betriebe.

Trotz aller Planung stand die Selbstverwaltung der Kinder im Vordergrund. Und auch das klappte: "Es ist beeindruckend zu sehen, wie selbstständig die Kinder ihre Welt gestalteten, wenn man ihnen den Raum und die Sicherheit dazu gibt", resümierte Katharina Schwellenbach, Diözesanleiterin der KjG im Erzbistum Köln.

Das Ziel, die Kinder früh für Demokratie und Mitbestimmung zu begeistern, funktionierte bestens. Und das in Zeiten, in denen die Friedrich-Ebert-Stiftung in einer Befragung herausgefunden hat, dass es 90 Prozent der Deutschen für sinnlos halten, sich politisch zu interessieren.

Die Kinder aus der Diözese Köln sind da anscheinend anders. Kaum hatte die Kinderstadt ihre Pforten geschlossen, gab es eine Flut von E-Mails und Anrufen, "die alle wissen wollten, wann sie sich für das nächste Mal anmelden können", sagt Steffi Maier, die bei der KjG Köln für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Versprechen konnte sie den Interessenten allerdings noch nichts: "Wir sind genauso begeistert wie die Kinder. Allerdings wird die Kinderstadt keine jährliche Veranstaltung, weil das zu viel Aufwand wäre", sagt Maier. Die Chancen für eine Neuauflage stünden aber sehr gut.

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