Kein Limit für untere Hauptstraße

Kein Limit für untere Hauptstraße

Nach Umgestaltung des oberen Bereichs, hofften die Anwohner auf Veränderungen - und sind enttäuscht.

Monheim. Sitzgelegenheiten, breite Gehwege, neues Pflaster und mehr Grün haben den oberen Teil der Baumberger Hauptstraße deutlich aufgewertet und sie dort in eine kleine Flaniermeile verwandelt. Ein Jahr ist das nun her. Dafür hat die Verwaltung viel Lob bekommen. Geschäftsleute, Bürger und auswärtige Gäste freuten sich erst kürzlich beim Straßenfest über die gelungene Umgestaltung. Nichts passiert ist bisher hingegen im unteren Teil der Hauptstraße, am Ortsausgang von Baumberg in Richtung Urdenbach. Die Anwohner dort fühlen sich deshalb etwas stiefmütterlich behandelt. Das neue Pflaster ende an der Kreuzstraße, hatte Christine Scheuer vor einiger Zeit moniert.

Andreas Apsel. Fachbereichsleiter

Sie wohnt am unteren Teil, kurz bevor die Bebauung endet und die Straße stadtauswärts in einer Rechtskurve bergab in die Kämpe geht. Sie und die Nachbarn würden sich ebenfalls über mehr Aufenthaltsqualität vor der Haustüre freuen. Doch der zuständige Fachbereichsleiter Andreas Apsel winkt ab: Der Stadtrat habe keine weiteren Pläne. „Da passiert erst mal nichts.“ Die Verschönerung im oberen Abschnitt bis zur Kirche St. Dionysius sei durchgeführt worden, um den Stadtteil Baumberg und die dort ansässigen Geschäftsleute und Wirte zu stärken. „Weiter unten gibt es aber keine Läden.“

Außerdem handele es sich bei der überörtlichen Verbindung um eine Landesstraße, die L 293. Diese gabele sich in Baumberg an der Schwanenstraße und treffe dort auf die städtische Straße. Alle Maßnahmen dort müssten folglich mit dem Landesbetrieb Straßen NRW abgestimmt werden.

Ein weitaus größeres Problem als die Optik bereiten den Nachbarn weiterhin rücksichtslose Autofahrer. Zwar sei auch im unteren Teil Tempo 30 ausgeschildert, aber viele rasten vom Urdenbacher Weg aus Düsseldorf kommend mit 70 Stundenkilometern ins Dorf, hatte Christine Scheuer beobachtet, deshalb mehr Kontrollen gefordert und 145 Unterschriften gesammelt. Unterstützung hatte sich Christine Scheuer in der Politik geholt. Doch der Vorschlag, Poller oder Spiegel aufzustellen, blieb ohne Erfolg — die Anwohner müssen weiter mit den Rasern leben. Die Forderung der Anwohner und der SPD, am Ortseingang, aus Urdenbach kommend, die Einhaltung von Tempo 30 stärker zu kontrollieren, ist im Februar mehrheitlich im Fachausschuss abgelehnt worden.

Bürgermeister Daniel Zimmermann wies im Fachgremium darauf hin, dass Tempo 30 für die Hauptstraße (L 293) einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten könnte. Deshalb würde die Verwaltung sich mit der Forderung schwertun. Denn der Schuss könnte nach hinten losgehen.

Fachbereichsleiter Apsel verwies auf ein Beispiel in Urdenbach. Dort hatte die Stadt Düsseldorf für Teile der Südallee Tempo 30 ausgewiesen. Ein in einer Seitenstraße wohnender Nachbar hatte dagegen geklagt. Die Begrenzung musste weg. Jetzt gilt dort Tempo 50.

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